Die internationalen Metallmärkte sind im April deutlich unter Druck geraten. Der leichte Rückgang des Preisniveaus, der im Vormonat festzustellen war, hat sich spürbar beschleunigt. Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), der auf Euro-Basis die Entwicklung der wichtigsten Metallnotierungen abbildet, gab einmal mehr deutlich nach. Im April ging das Preisbarometer um 4,1 Prozent oder 14,8 Punkte auf 342,1 Zähler zurück.

Zusammen mit der Abwärtsbewegung im März summiert sich dies auf eine Entlastung der Metalleinkäufer aus der deutschen Industrie von 5,7 Prozent. Damit liegt der IMP-Index wieder auf dem Niveau, das er zum Jahreswechsel innehatte. Dennoch liegen die Preise im Durchschnitt immer noch um gut 30 Prozent über dem Tiefpunkt von Anfang des letzten Jahres, als der Indexwert 260,4 betrug.

Entlastung für Einkäufer

Wesentlicher Treiber der jüngsten Entlastung für die Nachfrager aus der verarbeitenden Industrie war der Einbruch des Eisenerzkurses. Eisenerz hat allein im April fast ein Fünftel seines Dollar-Werts verloren. Ohne diesen Rückgang wäre der IMP-Index nur um 1 Prozent gefallen - drei Viertel der Veränderung gehen also auf ein einziges Metall zurück. Dennoch wird der Grundstoff der Stahlproduktion immer noch um rund 15 Prozent über dem Vorjahreswert gehandelt. Deutlichere Preisrückgänge gab es im vergangenen Monat mit jeweils knapp 6 Prozent auch bei Nickel und Zink. Das Indexschwergewicht Kupfer sowie Blei verloren jeweils rund 2,5 Prozent. Während Zinn stabil blieb, zogen die Kurse in anderen Teilmärkten an: Aluminium wurde 1 Prozent teurer, die Edelmetalle Silber und Gold 2 Prozent bzw. 3 Prozent.

Ruhe am Devisenmarkt

Der Devisenmarkt zeigte sich im April recht stabil. Die leichte Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar machte es für Einkäufer einfacher, gute Preise zu erzielen. Dennoch war der Einfluss auf das in Euro gerechnete Niveau der Metallpreise gering: Ohne die leichte Euro-Stärke wäre der IMP-Index nur um 0,3 Prozentpunkte weniger gefallen.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen