Industriemetallpreis-Index Image
Seit Jahresbeginn ist der IMP-Index um 16 Prozent gestiegen. Foto: Zhangyang/Fotolia

Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) der wichtigsten international notierten Metalle, der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) berechnet wird, legte von Juni auf Juli um 22,1 Punkte auf 302,4 zu. Der Anstieg von 7,9 Prozent war der höchste Indexzuwachs seit Ende 2010 - damals aber noch auf einem Niveau von rund 400 Punkten. Bemerkenswert ist das deutliche Plus auch, weil bereits die Monate Februar und März von starken Gewinnen (3,8 Prozent und 6,5 Prozent) gekennzeichnet waren; dies wurde danach nur teilweise durch Preisrückgänge wieder ausgeglichen.

Seit Jahresbeginn ist der IMP-Index damit um 16,1 Prozent gestiegen, was einen deutlichen Kostenzuwachs für metallverarbeitende Unternehmen im Euroraum mit sich bringt.

Nickel und Silber sehr fest

Besonders stark sind im vergangenen Monat mit jeweils über 15 Prozent Nickel und Silber gestiegen. Der Eisenerzpreis legte fast um ein Zehntel zu und liegt damit gut ein Drittel höher als zum Jahresanfang. Blei und Zink verzeichneten mit gut 7 Prozent bzw. knapp 8 Prozent ebenfalls deutliche Zuschläge. Kupfer, Zinn und Gold kletterten mit jeweils rund 5 Prozent nur unterdurchschnittlich. Auf der Bremse stand das Indexschwergewicht Aluminium mit einem Plus von gerade einmal etwas mehr als 2 Prozent.

Ebenfalls kostensteigernd war der Euro-Wechselkurs, der nach dem britischen Brexit-Votum gegenüber dem Dollar an Wert eingebüßt hat. Mit einem stabilen Wechselkurs wäre der Preisanstieg rund 1,5 Prozentpunkte moderater ausgefallen; der IMP-Index wäre dann mit 298,1 Punkten knapp unter der 300er Marke geblieben.

Anzeichen für Trendwende

Trotz mehrerer deutlicher Preisschübe im laufenden Jahr bewegen sich die Metallnotierungen in Euro weiter innerhalb eines Abwärtskorridors, der mit dem Indexrekord von knapp 448 Zählern im Februar 2011 seinen Anfang nahm. Der Tiefpunkt seither war im Januar dieses Jahres erreicht worden, als das Preisbarometer auf rund 260 Punkte gefallen war. Während das Niveau des IMP-Index zum Jahreswechsel 2015/16 also noch nahe an der unteren Grenze des Abwärtstrichters lag, ist der Wert inzwischen in die Nähe der oberen Begrenzung gerückt. Nachdem die vergangenen Jahre von wechselnden Phasen der Abwärts- und Seitwärtsbewegung geprägt waren, könnte diese ausgeprägte Erholung auf eine Trendwende der internationalen Metallpreise hindeuten.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Ansprechpartner

22. November 2017

Adriana Neligan Das Plastik-ProblemArrow

Um der Berge an Plastikmüll Herr zu werden, will die EU im Dezember eine Kunststoffstrategie veröffentlichen. Viel zu tun gibt es allemal. mehr auf iwd.de

Gegen den Trend wird Eisenerz billiger
Gastbeitrag, 7. November 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gegen den Trend wird Eisenerz billigerArrow

Seit Anfang vergangenen Jahres zeigen die Preiskurven der wichtigsten Industriemetalle nach oben, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. mehr

3. November 2017

Christian Rusche Die Einnahmen streamenArrow

Das Kerngeschäft der Musikindustrie war jahrzehntelang der Verkauf von LPs und CDs. Tauschbörsen und das verstärkte Kopieren von CDs sorgten für einen Rückgang der Verkäufe und stürzten die Musikindustrie in eine Krise. Doch dank Musikstreaming ist die Branche auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. mehr auf iwd.de