Niedriglohnsektor: Besser als sein Ruf Image
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Niedriglöhne haben einen schlechten Ruf: Ihnen wird vorgeworfen sie würden andere Beschäftigungsverhältnisse gefährden und soziale Probleme der Arbeitnehmer verstärken. Allerdings ging in der Boom-Zeit des Niedriglohnsektors -zwischen 1997 und 2007- der Anteil der Erwerbslosen mindestens in dem Maße zurück, wie der Anteil der Geringverdiener stieg. Der Niedriglohnsektor ist somit nicht auf Kosten normal bezahlter Arbeitsplätze gewachsen – viel mehr blieb der Anteil der Beschäftigten mit höheren Löhnen konstant. Für Arbeitslose oder Geringqualifizierte bietet dieser Sektor die Chance auf Arbeit und soziale Teilhabe. Ein Großteil der im Niedriglohnsektor Beschäftigten findet sich in den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie. Gerade dort ist die Chance für Geringqualifizierte einen Job zu finden, besonders gut.

Ebenso können Niedriglohnjobs helfen, den Sprung aus der Armut zu schaffen. Die Mehrheit der ehemals armutsgefährdeten Personen konnte ihre Situation mit der Aufnahme eines solchen Jobs verbessern. Auch andersherum gilt: Die meisten Menschen, die vor ihrem Eintritt in den Niedriglohnsektor nicht arm waren, werden das auch später mit dem Job nicht. Die Alternative zu einer geringbezahlten Stelleist oftmals nur die Arbeitslosigkeit – und dort droht ein viel höheres Armutsrisiko.

Ansprechpartner

Teilzeitarbeit
IW-Nachricht, 29. März 2017

Teilzeitarbeit Rückkehrrecht in Vollzeit ist überflüssigArrow

Die Bundesregierung möchte Teilzeitbeschäftigten ein Recht auf eine Rückkehr in Vollzeit einräumen – darüber berät heute erneut der Koalitionsausschuss. Dabei wird übersehen: Unfreiwillige Teilzeit aus betrieblichen Gründen ist eher die Ausnahme. mehr

Soziale Mobilität
Pressemitteilung, 27. März 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Soziale Mobilität: Stabiler NiedriglohnsektorArrow

Im Bundestagswahlkampf rücken die Themen Gerechtigkeit und Verteilung wieder stärker in den Blick. Häufig geht es um die Sorge vor sozialem Abstieg und Armutsgefährdung. Doch entgegen vieler Erwartungen zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Die Zahl der Geringverdiener ist seit Jahren stabil. mehr

Ruf nach Regulierung
Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Hannah Busshoff Crowdworking: Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr