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Augsburger genießen deutschlandweit die meisten Feiertage. Fallen die Festtage auf einen Sonntag, werden sie aber nicht nachgeholt. Foto: manfredxy/iStock

Die aktuelle Diskussion führt aus mehreren Gründen in die Irre: Zunächst gleichen sich die Kalendereffekte über die Jahre aus. Im vergangenen Jahrzehnt bewegte sich die Zahl der Arbeitstage in Deutschland stets zwischen 248 und 256 Tagen. 2016 liegt mit einer Spanne von 249 Tagen im katholischen Bayern bis zu 254 Tagen in den protestantischen Nordstaaten im Mittel. Im kommenden Jahr wird es mit 247 Arbeitstagen sogar den niedrigsten Stand des vergangenen Jahrzehnts geben. Deutschlands Position ist äußerst komfortabel: 2014 hatten wir gemeinsam mit Frankreich mit 41 freien Tagen die höchste Zahl an Urlaubs- und Feiertagen.

Zum Vergleich: Die belgischen Nachbarn kommen nur auf 29 Tage, die Briten auf rund 33 freie Tage. Im EU-Durchschnitt waren es 36 bezahlte freie Tage. Die durchschnittliche vereinbarte Wochenarbeitszeit wiederum liegt mit 37,7 Stunden unter dem EU-Durchschnitt von 38,1 Stunden, und die Zahl der unbezahlten Überstunden je Arbeitnehmer ist seit 1995 von 30 auf 26 Stunden zurückgegangen. Berücksichtigt man diese Zahlen, ergibt sich keine Notwendigkeit, Feiertage zu ersetzen, wenn sie auf einen Sonntag fallen. Auch der Blick ins Ausland hilft nicht weiter. Zwar gibt es unter anderem in Großbritannien, Belgien, Irland, den Niederlanden und Spanien die Möglichkeit, Feiertage nachzuholen, doch sind dies ausnahmslos Länder mit insgesamt deutlich weniger freien Tagen, zumeist weniger Feiertagen und deutlich höheren tariflichen Arbeitszeiten für Vollzeitbeschäftigte.

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