Euro-Schwäche treibt Metallpreise Image

Damit wurde der Preisrückgang aus dem August praktisch wieder ausgeglichen. Inzwischen liegt der IMP-Index seit zehn Monaten auf dem Rekordniveau von über 400 Punkten. Zum Vergleich: Anfang 1999 lag der Indexwert noch bei 100 Punkten. An der Vervierfachung der Preise in zwölf Jahren hat sich nichts geändert.

Der wesentliche Treiber der Preisanstiege war in den letzten Wochen der schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar. Immerhin ist der Wechselkurs innerhalb von vier Wochen von 1,43 Dollar auf 1,38 Dollar je Euro gesunken. Ohne diesen Wechselkurseffekt hätte der IMP-Index im September bei 406,3 Punkten gelegen – 3,0 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Die Eurokrise macht sich auf diesem Wege also auch negativ in den Rohstoffrechnungen der deutschen Industrieunternehmen bemerkbar.

Die Metallpreise selbst, die auf den Weltmärkten in US-Dollar gehandelt werden, sind jedoch auch im September gesunken. Zwar ist Eisenerz praktisch konstant geblieben und Gold wird leicht teurer gehandelt als noch im August. Dafür sind Kupfer, Nickel, Zinn und Zink um über 5 Prozent billiger geworden. Aluminium, Blei und Silber haben sich um gut 3 Prozent verbilligt. All dies hat aber nicht gereicht, um den preistreibenden Wechselkurseffekt auszugleichen.

Zuletzt sind die Metallpreise weiter gefallen, während der Wechselkurs sich kaum verändert hat. Kupfer, Blei, Silber und Zinn werden bis zu 20 Prozent günstiger gehandelt. Wenn die Preise im Oktober auf diesem Niveau blieben, würde die 400-Punkte-Marke des IMP-Index nach fast einem Jahr wieder durchbrochen werden. Diese Erleichterung für die rohstoffaffine Industrie ist aber teuer erkauft. Schließlich geht sie im Wesentlichen auf die eingetrübten Konjunkturaussichten zurück; eine wirkliche Trendwende an den Rohstoffmärkten ist nicht absehbar. Ein Anziehen der Weltwirtschaft hätte vielmehr einen erneuten Preisauftrieb auf breiter Front zur Folge.

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Atempause auf den Metallmärkten
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