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IW-Nachricht

Sarah Pierenkemper | 23. September 2022
Immer mehr ausländische Azubis
Noch nie war es für deutsche Unternehmen so schwierig, Auszubildende zu finden. Tausende Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Ohne ausländische Jugendliche wäre die Lücke noch viel größer. Und diese Gruppe bietet weiter viel Potenzial.

Die Suche nach geeigneten Auszubildenden gestaltet sich für deutsche Unternehmen so schwierig wie nie: 42 Prozent aller Firmen können zuletzt nicht alle offenen Stellen besetzen, zeigt eine aktuelle Befragung des Deutschen Industrie und Handelskammertags. Gerade einmal 466.000 Jugendliche haben im Jahr 2021 eine Ausbildung begonnen. Zum Vergleich: 2008 waren es noch über 600.000. Besonders stark ist die Zahl der Ausbildungsanfänger mit deutscher Nationalität gesunken, sie schrumpfte zwischen 2008 und 2021 um fast 160.000. Gleichzeitig stieg fast kontinuierlich die Zahl neuer Auszubildender ohne deutsche Staatsangehörigkeit, von gut 30.000 jungen Menschen im Jahr 2008 auf über 51.000 Ausbildungsanfänger im Jahr 2021. Junge Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit spielen für die Besetzung von Ausbildungsstellen und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses somit eine zunehmend wichtige Rolle. 
Potenzial von ausländischen Jugendlichen nutzen 
Dass mehr ausländische Jugendliche eine Ausbildung beginnen, hängt mit dem steigenden Anteil an Migranten in Deutschland zusammen. Die jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln sollten noch stärker in den Blick genommen werden. Sie müssen mit einigen Nachteilen kämpfen. So haben junge Migranten häufiger als Deutsche keinen allgemeinbildenden Schulabschluss, und sie sind stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Zielgruppe ist zudem sehr heterogen: Einige von ihnen sind selbst geflohen, sprechen schlecht Deutsch und haben nur für einige Jahre hierzulande die Schule besucht, andere leben schon lange in Deutschland und sind fest verwurzelt. 
Passende Unterstützungsangebote Seite stellen 
Will man junge Menschen mit Migrationshintergrund erreichen, lohnt es sich, sie dort anzusprechen, wo sie sich bevorzugt aufhalten – beispielsweise in Vereinen, Jugendzentren oder migrantischen Selbstorganisationen. Zudem müssen Eltern in den Berufswahlprozess einbezogen werden, da sie häufig starken Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Kinder haben. Da das deutsche Modell der dualen Ausbildung außerhalb des deutschsprachigen Raums weitgehend unbekannt ist, muss hier im Rahmen einer frühzeitigen Berufsorientierung gezielt Aufklärungsarbeit geleistet werden: Das betrifft die Arbeitsmarktchancen, aber auch die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Darüber hinaus benötigen Unternehmen Unterstützung. Während es für Geflüchtete unter anderem das Förderprogramm Willkommenslotsen gibt, gibt es für Jugendliche mit Migrations-, aber ohne Fluchterfahrung keine eigene Unterstützungsstruktur.

Ansprechpartner

Sarah Pierenkemper
Economist für Fachkräftesicherung
Tel.: 0221 4981-884
E-Mail: pierenkemper@iwkoeln.de

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