Das Thema "Ungleichheit" beschäftigt Ökonomen, Politik und Öffentlichkeit seit einiger Zeit intensiv. Es könnte für die politische Kultur der nächsten Jahre ähnlich prägend sein wie Milton Friedmans Formel von der wirtschaftlichen Freiheit oder John Maynard Keynes Theorie der Nachfrageorientierung in der Wirtschaftspolitik.

Öffnet sich eine Schere in der Verteilung des gesellschaftlichen Vermögens und Einkommens? Der französische Ökonom Thomas Piketty meint, dass die Geschichte des Tellerwäschers, der sich zum Millionär hocharbeitet, von der Empirie widerlegt sei. Das IW Köln legt hingegen eine u.a. vom Nobelpreisträger Paul Krugman gewürdigte Studie vor, die für Deutschland und andere europäische Staaten das Gegenteil belegt. Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Einschätzungen, und welche politischen Folgerungen ergeben sich daraus? Einige sehen die Chancen für faire demokratische Beteiligung aller Bürger gefährdet. Werde der Glaube an die Chancengerechtigkeit zerstört, würden sich Menschen nicht nur vom Markt, sondern auch von der Demokratie abwenden. Wie ausgeprägt ist die Chancengerechtigkeit in den Industrieländern wirklich? Ein internationaler Vergleich gibt darüber Auskunft. Welche Folgen hat die tatsächliche oder gefühlte Ungleichheit der Vermögen und Einkommen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft? Was heißt dies letztlich für die demokratischen Strukturen?