Die Rollenverteilung zwischen Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft ist nach den Krisenerfahrungen Gegenstand einer intensiven gesellschaftspolitischen Debatte über die Art und Weise der Übernahme von gesellschaftlicher Mitverantwortung. So tragen Unternehmen nicht nur für ihr wirtschaftliches Ergebnis Verantwortung (Gewinn), sondern ebenso für ihre Akzeptanz in der Gesellschaft (Reputation) sowie für die Regelfindung und deren Einhaltung im Gemeinwesen (Ordnungsverantwortung). Im ökonomischen Diskurs werden – trotz der intensiven Debatte über Corporate Social Responsibility – vielfach die beiden letztgenannten Aspekte ausgeblendet. Dies gilt insbesondere für die Rolle des Unternehmens im öffentlichen Raum und seine Einbindung in den politischen Willensbildungsprozess.

Disziplinen übergreifende, theoretisch anspruchsvolle und empirisch gehaltvolle Analysen aus der Wissenschaft bilden die fruchtbare Grundlage für diesen breiten gesellschaftlichen Diskurs. Bereits seit 1992 werden deshalb herausragende Forschungsarbeiten mit dem Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik ausgezeichnet, die einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung moralischer Dilemmata unter Knappheitsbedingungen leisten.

Die Festrede zur politischen Dimension und Relevanz der wirtschafts- und unternehmensethischen Forschung hält in diesem Jahr der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Die Preisträger Stäbler (2. v. l.) und Altmann (3. v. l.)