Auch wenn sich in den letzten Jahren der Trend zu einer größeren Lohnspreizung offenbar nicht fortgesetzt hat, ist doch festzuhalten, dass seit Mitte der 1990er Jahre die Ungleichheit in den Markteinkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland so stark wie in kaum einem anderen Land der Europäischen Union zugenommen hat. Der Anteil der Personen in Deutschland, die nach den gängigen Kriterien im Niedriglohnsektor arbeiten, erreicht im europäischen Vergleich heute einen Spitzenwert. Ist dies der Preis, der für die gute Beschäftigungsentwicklung zu zahlen ist? Oder gibt es einen Spielraum, die Lohnungleichheit zu reduzieren, ohne Jobs zu gefährden? Wie steht es überhaupt um die Lohngerechtigkeit in Deutschland?

Wie entwickeln sich die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede? Welche Rolle spielen außermarktliche Einflussfaktoren bei der Lohnfindung? Darüber hinaus stellen sich auch auf der Makroebene viele Fragen: Ist das gesamtwirtschaftliche Lohnniveau angesichts des internationalen Wettbewerbs an-gemessen? Welche Lohnreaktionen sind angesichts der zu erwartenden Schrumpfung des Arbeitskräftepotenzials und der bereits heute bestehenden Rekrutierungsprobleme in Teilbereichen des Arbeitsmarktes zu erwarten? Und wie flexibel passen sich Löhne in Deutschland an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen an?

Trotz einer Vielzahl von theoretischen und empirischen Arbeiten, die sich mit Löhnen und Lohn-strukturen beschäftigen, gibt es noch viele offenen Fragen. Im Rahmen des 3. Institutskolloquiums von IAB, IMK, IW und WSI am 19. November 2018 wollen sich deshalb Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser Institute gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten diesen Themen widmen. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Datum
Montag, 19. November 2018

Zeit
9 bis 16 Uhr

Ort
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Regensburger Str. 100, Raum E10
90478 Nürnberg