Bürokratien stellen sicher, dass Gesellschaften und Organisationen Regeln folgen. Die Regeln sollen vor Willkür schützen. Sie schränken aber auch Freiheits- und Handlungsspielräume ein – für Staatsbürger, Unternehmen und nicht zuletzt für die vom Volk gewählten Politiker. Bürokratie kann daher ebenso eine Stütze wie eine Herausforderung für die Freiheit in einem Gemeinwesen sein. Letzteres ist vor allem dann zu befürchten, wenn Bürokratien versuchen, ihren Einflussbereich auszuweiten sowie möglichst viele und möglichst vieles ihren Regeln zu unterwerfen. Freiheit heißt, sich auf Versuch und Irrtum einzulassen, sie führt zu Überraschungen und bedroht Machtstrukturen, sie verlangt die Fähigkeit und Kompetenz, im Einzelfall zu entscheiden. Bürokratien verlieren dann ihren Wert und gefährden das Gemeinwohl, wenn sie diese Freiheit nicht mehr zulassen.

Der Preis soll die Wissenschaft anregen, sich mit der Arbeitsweise und der Entwicklungsdynamik von Bürokratien zu beschäftigen, auch mit der Wirkung von Bürokratien auf die Betroffenen und das Gemeinwesen.

Der Stifter dieses Preises, Dr. habil. Fritz Hellwig, verfolgt die Tendenz zur Erosion von Freiheits- und Gestaltungsspielräumen durch Bürokratien mit großer Sorge. Durch die „Überwucherung des Marktgeschehens mit Regulierungs- und Verwaltungsvorschriften“ sieht er die Marktwirtschaft auf dem Weg zu einer „dezentralen Verwaltungswirtschaft“. Es ist ihm daher wichtig, dass das Wirken von Bürokratien besser verstanden und ihren freiheitsgefährdenden Wirkungen besser entgegengewirkt werden kann.