Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur Image
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Nach der Euro-Schuldenkrise und dem Brexit-Referendum lautet für die europäischen Staaten eine zentrale Frage: Ist eine tiefere Integration wirklich unverzichtbar, um den Euroraum zu stabilisieren? Fest steht: Die EU muss sich neu aufstellen, beispielsweise mit Blick auf den EU-Haushalt, die Regionalpolitik und eine variablere Geometrie, also die Möglichkeit einander überlappender Mitgliedschaften der Staaten in verschiedenen Gruppen verstärkter Zusammenarbeit.

Neben diesen Fragen analysieren die IW-Forscher die Konjunktur und behandeln weitere makroökonomische Themen. Angesichts der demografischen Entwicklung und der derzeitigen Produktivitätsschwäche geht es beispielsweise um die Wachstums- und Investitionsperspektiven für Deutschland, Europa und die Welt. Damit eng verbunden ist die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des deutschen Geschäftsmodells mit seiner Exportorientierung.

Die Wissenschaftler mischen sich in wirtschaftspolitische Debatten ein, sei es die Diskussion über den deutschen Leistungsbilanzüberschuss, über die hiesige Standortqualität oder über die Bedrohungen für offene Märkte durch Brexit und Trumponomics.

Arbeitsbereiche

  • In- und Auslandskonjunktur: Konjunktur, Wachstum und Strukturwandel stehen im Fokus dieses Arbeitsbereichs. Die IW-Forschungsgruppe Konjunktur, deren Leitung im Kompetenzfeld "Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur" angesiedelt ist, analysiert und prognostiziert das wirtschaftliche Auf und Ab in Deutschland. Als Grundlage dienen unter anderem halbjährliche Unternehmensbefragungen und die jährliche Verbandsumfrage. Schwerpunkte des Arbeitsbereichs sind darüber hinaus die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, die Analyse der internationalen Konjunktur sowie einzelner Industrie- und Schwellenländer.
  • Europäische Integration: Im Fokus dieses Arbeitsbereichs stehen Themen rund um die Zukunft der Europäische Union. Die Wissenschaftler befassen sich zum Beispiel mit der Frage, wie die Europäische Währungsunion gestärkt werden kann und wie sich die EU in Zukunft besser organisieren kann. Dabei geht es etwa um die Finanzierung der EU, den EU-Binnenmarkt und die Kohäsionspolitik. Zudem wird der Brexit aus integrationsökonomischer Perspektive analysiert. Zu diesen Themen erarbeiten die Forscher ordnungsökonomisch sinnvolle und politisch umsetzbare Lösungen und bringen diese in die politische Debatte ein.
  • Internationale Wirtschaftspolitik: In diesem Arbeitsbereich wird vor allem untersucht, wie Chancen und Risiken der Globalisierung zu beurteilen sind und wie sich der Welthandel, die internationale Verflechtung Deutschlands und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland entwickeln. Darüber hinaus geht es um die internationale Handelspolitik, bei der die Welthandelsorganisation (WTO) und bilaterale Handelsabkommen (zum Beispiel TTIP) eine wichtige Rolle spielen. Weitere Themen sind das internationale Finanzsystem, der Internationale Währungsfonds, die G20 und Fragen der internationalen Währungsordnung.

Kooperationspartner

  • Association of European Conjuncture Institutes (AIECE)
  • International Network for Economic Research (INFER)
  • Confindustria
  • COE Rexecode

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