Mikrodaten und Methodenentwicklung Image
Mikrodaten bilden Informationen individueller Einheiten wie Personen, Haushalte oder Firmen ab. Foto: AtnoYdur/iStock

Mikrodaten stammen aus Befragungen und anderen statistischen Erhebungen, die subjektive und objektive Informationen individueller Einheiten wie Personen, Haushalte oder Firmen abbilden. Die Daten ermöglichen anwendungsorientierte und politikberatende Analysen, da sie die Gesellschaft repräsentativ abbilden. Neben deskriptiven Auswertungen etwa der Einkommensverteilung, der Bildungsstruktur und der Unternehmensstrukturen lassen sich auf Basis von Mikrodaten auch Zusammenhänge zwischen Variablen identifizieren. Die IW-Wissenschaftler nutzen Mikrodaten in den Themenfeldern Arbeitsmarkt, Bildung, Öffentliche Haushalte und Verteilung, Demografie, Finanz- und Immobilienmärkte sowie Energie.

Das IW hat viele Erfahrungen mit der Auswertung deutscher und internationaler Mikrodatensätze gesammelt. Darunter zum Beispiel die folgenden:

  • Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)
  • Mikrozensus
  • Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)
  • Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS)
  • Amtliche Firmendaten für Deutschland (AFiD)
  • Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC)
  • European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC)
  • Labour Force Survey (LFS)
  • Household Finance and Consumption Survey (HFCS)
  • International Social Survey Programme (ISSP)

Neben der Expertise in der Datenauswertung und in ökonometrischen Auswertungsverfahren bündelt die Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung Fachkenntnisse aus dem Bereich der Simulations- und Prognosemodelle und unterstützt die institutsübergreifende Einbindung und Weiterentwicklung mikrodatenbasierter Modelle:

Steuer-, Abgaben- und Transfer-Mikrosimulationsmodell (STATS)

Das IW-Mikrosimulationsmodell STATS ist ein auf Mikrodaten basierendes Analysetool, um die Wirkungen der Steuer- und Sozialgesetzgebung auf die Einkommen der Bevölkerung detailgetreu abzubilden. Ausgehend von den im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) dokumentierten Bruttoeinkünften lassen sich zu leistende Sozialbeiträge und die Einkommensteuer sowie Ansprüche auf Sozialtransfers realitätsnah simulieren. Mit den Ergebnissen des Simulationsmodells lassen sich somit Verteilungsfragen des deutschen Steuer- und Transfersystems beantworten, Reformvorschläge ex-ante im Hinblick auf Aufkommens- und Verteilungswirkungen abschätzen sowie die Folgen von Reformen ex-post analysieren. (Ansprechpartner: Martin Beznoska)

IW-Bevölkerungsprognose

Die IW-Bevölkerungsprognose ist eine stochastische Bevölkerungsprognose. Anders als in den Vorausberechnungen der amtlichen Statistik wird die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung nicht durch Szenarien abgebildet. Stattdessen bilden Prognoseintervalle die Spannweite der möglichen Entwicklung ab. Die IW-Bevölkerungsprognose umfasst die Zeit bis 2035. In die Berechnungen des künftigen Bevölkerungsstandes fließt die Rekordzuwanderung des Jahres 2015 ein. Die Prognose unterscheidet sich somit nicht nur methodisch, sondern auch in ihrer Aktualität von der 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. (Ansprechpartner: Philipp Deschermeier)

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