Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, gelangen Sie hier zur Webversion

IW-Newsletter: Finanz- und Sozialpolitik

7. Juli 2022
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

angesichts der geopolitischen Herausforderungen rückt die makroökonomische Steuerung in den Fokus. Über Stagflationsgefahren im Euroraum, Auswirkungen auf die Stabilität der Staatsfinanzen und geldpolitische Handlungsmöglichkeiten diskutieren Björn Kauder und Thomas Obst im ifo-Schnelldienst (externe Veröffentlichung, 16. Juni 2022). Die Makroperspektive ist notwendig und richtig. Dazu gehört aber auch, dass die Demografie nicht auf ein Ende der Pandemie oder die Lösung kriegerischer Auseinandersetzungen wartet.

Deshalb wurde in einer öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestags nur vordergründig über die „Nachhaltigkeitsreserve“ in der Rentenkasse verhandelt. Tatsächlich ging es um die nachhaltige Finanzierung der Alterssicherung. Das IW zeigte dazu Handlungsmöglichkeiten auf (IW-Report, Nr. 37). Vergleichbare Probleme ergeben sich bei den Pensionslasten, über die wir im mecklenburgischen Landtag diskutiert haben (IW-Report, Nr. 29).

Aus der medialen Berichterstattung kann man aber den Eindruck gewinnen, es ginge vorrangig um eine gerechte Bemessung aktueller Renten. Systematische Unterschiede in den Lebenserwartungen motivieren zum Beispiel zu der Forderung, die Rente nach der Höhe des Lebenseinkommens oder der beruflichen Tätigkeit zu differenzieren. Dazu ein Lesetipp für den Strandkorb: In unseren IW-Trends diskutieren wir darüber mit dem designierten Ratsmitglied Prof. Werding und weiteren Experten (IW-Trends, Nr. 2, 6. Juli).

Die Demografie wird auch im Gesundheitswesen für Druck sorgen. Weitsicht prägt aber nicht den aktuellen Gesetzesentwurf des Bundesgesundheitsministers (IW-Nachricht vom 29. Juni). Hier geht es um das Stopfen aktueller Defizite. Und selbst das wird kaum gelingen. Der deutschen Pharmaindustrie werden zum Beispiel „Solidarbeiträge“ in Milliardenhöhe auferlegt, um die Beitragszahler zu schonen (IW-Nachricht vom 6. Juli). Sonderabgaben belasten die Standortattraktivität zusätzlich. Denn auch diese hochinnovative Branche bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont (IW-Trends, Nr. 2, 24. Juni). Wer aber soll die Arbeitsplätze schaffen, damit Versicherte Beiträge zahlen können?

Eine erholsame Sommerzeit und viel Spaß bei der Lektüre

Jochen Pimpertz
Leiter des Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung

Studien

Soll die gesetzliche Rente unterschiedliche soziodemografische Hintergründe berücksichtigen?
IW-Trends Nr. 2 | 6. Juli 2022
Jochen Pimpertz
Während das gesetzliche Rentenrecht eine für alle Versicherten einheitliche Regelaltersgrenze vorsieht, deuten empirische ...

Energiemix der Pharmaindustrie in Deutschland
IW-Kurzbericht Nr. 56 | 4. Juli 2022
Simon Schumacher
Hierzulande befürchten die energieintensiven Branchen neben kurz- bis mittelfristig weiter steigenden Energiepreisen ...

Prägen Familienunternehmen das politische Wahlverhalten in Deutschland?
IW-Trends Nr. 3 | 1. Juli 2022
Björn Kauder
Familienunternehmen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem eigenen Forschungsgegenstand entwickelt. Die Vermutung, ...

Fachkräftebedarfe in  Zeiten transformatorischer Herausforderungen
IW-Trends Nr. 2 | 24. Juni 2022
Jasmina Kirchhoff / Lydia Malin / Simon Schumacher
Der Fachkräftemangel stellt die Unternehmen in Deutschland zunehmend vor große Herausforderungen. Angesichts der ...

Mindestrücklage anheben, Beitragszahler nicht überfordern
IW-Report Nr. 37 | 20. Juni 2022
Jochen Pimpertz
In der gesetzlichen Rentenversicherung sollen saisonale Schwankungen der monatlichen Beitragseinnahmen über die ...

Geld- und Fiskalpolitik  im Schatten der Krisenbekämpfung und Stagflation
Externe Veröffentlichung | 16. Juni 2022
Björn Kauder / Thomas Obst
Die sich rapide ändernden geopolitischen Rahmenbedingungen stellen die Geld- und Fiskalpolitik in der EU vor große ...

Steuervergünstigungen in den OECD-Ländern
IW-Report Nr. 34 | 13. Juni 2022
Martin Beznoska / Ruth Maria Schüler
Die Global Tax Expenditures Database erfasst nationale Berichte zu Steuervergünstigungen für 101 Länder für den Zeitraum ab ...

Resilienz pharmazeutischer Lieferketten
Gutachten | 23. Mai 2022
Manuel Fritsch / Jasmina Kirchhoff
Eine sichere Arzneimittelversorgung beruht auf stabilen pharmazeutischen Lieferketten. Um diese zu stärken, braucht es ein ...

Pensionslasten und  Rücklagenbildung in  Mecklenburg-Vorpommern
IW-Report Nr. 29 | 23. Mai 2022
Martin Beznoska
Die Versorgungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden weisen seit Jahren ein starkes Wachstum auf, das vor dem Hintergrund ...

Beiträge

Großer Schaden, kein Nutzen
Jasmina Kirchhoff / Jochen Pimpertz | IW-Nachricht | 6. Juli 2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Gesetzliche Krankenversicherung ...

Die Rechnung geht nicht auf
Jochen Pimpertz | IW-Nachricht | 29. Juni 2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt an, die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im ...

Mit Einmalzahlungen gegen Inflation und Lohn-Preis-Spirale
Tobias Hentze / Martin Beznoska | IW-Nachricht | 27. Juni 2022
Angesichts der kräftig steigenden Preise hat Bundeskanzler Olaf Scholz die Möglichkeit zu steuer- und abgabenfreien ...

Entlastung für alle wäre bezahlbar
Martin Beznoska | IW-Nachricht | 13. Juni 2022
Um kleine und mittlere Einkommen von der kalten Progression zu entlasten, möchte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ...

„Soziales Klimageld“ ist versteckte Steuererhöhung für Gutverdiener
Martin Beznoska im Tagesspiegel | Gastbeitrag | 3. Juni 2022
Das Klimageld bleibt ein klimapolitisches Steuerungselement, schreibt IW-Steuerexperte Martin Beznoska in einem Gastbeitrag ...

IW-Ökonom Martin Beznoska
Martin Beznoska im Online-Magazin TextilWirtschaft | Interview | 19. Mai 2022
Rund die Hälfte der Haushalte in Deutschland müssten ihren Konsum wegen der derzeit hohen Inflation spürbar einschränken, ...

Teilen Sie diesen Artikel:

Online-Redaktion:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Postfach 10 19 42 50459 Köln

Besucheranschrift:
Konrad-Adenauer-Ufer 21
50668 Köln

Telefon: 0221 4981-0
Telefax: 0221 4981-533

Widerrufshinweis
Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich unter www.iwkoeln.de zu unserem Newsletter angemeldet haben. Der Versand erfolgt entsprechend unserer Datenschutzerklärung.
Wenn Sie den Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, können Sie ihn jederzeit abbestellen indem Sie hier auf den Link klicken: Newsletter abmelden. Auch können Sie uns dies per E-Mail an onlineredaktion@iwkoeln.de oder an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten mitteilen.