Unbefristete Vollzeitjobs gelten als reguläre Arbeitsplätze. Alles andere wird meist als atypische Beschäftigung bezeichnet, manchmal auch als prekär: Zeitarbeit, Minijobs, Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung und befristete Stellen.

Die Zahl der atypisch Beschäftigten hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen – vor allem, weil viele Frauen eine Teilzeitstelle antraten. Dementsprechend ist der Anteil der regulären Stellen an allen Arbeitsplätzen auf rund die Hälfte gesunken. Die absolute Zahl der Vollzeitjobs ist aber nahezu konstant geblieben. Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse sind also zusätzlich entstanden und haben die regulären Arbeitsplätze nicht verdrängt. Ganz überwiegend speist sich die atypische Beschäftigung aus der Arbeitslosigkeit und der stillen Reserve. Millionen Menschen fanden auf diese Weise den Einstieg in Arbeit.

Zu Unrecht gilt auch die Zeitarbeit als atypische Erwerbsform. Zeitarbeitnehmer sind vollwertige Arbeitnehmer, überwiegend sozialversicherungspflichtig, unbefristet vollzeitbeschäftigt, und sie genießen den gleichen Kündigungsschutz wie Arbeitnehmer in anderen Branchen.

Holger Schäfer

Holger Schäfer

Senior Economist for Employment and Unemployment

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@HSchaeferIW

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