Authors
Content Type

Daraus folgt: Wenn alle Einkommen steigen, die der Reichen jedoch stärker als die der Armen, dann nimmt die Armut zu, obwohl die Armen mehr haben als zuvor. Armut ist auch in anderer Hinsicht relativ: Jemand, der in einem Land als arm gilt, zählt in einem anderen Land womöglich zu den Wohlhabenden. Obwohl das Wohlstandsniveau in Deutschland höher liegt als in den meisten anderen Staaten Europas, liegt der Anteil der Armen unter dem europäischen Durchschnitt. Der Grund findet sich in den staatlichen Transferleistungen: Mit der Sozialhilfe, der Grundsicherung im Alter und dem Arbeitslosengeld II hat Deutschland wirksame Instrumente, um materielle Armut zu vermeiden.

Der soziale Aufstieg kann jedoch nur gelingen, wenn die Betroffenen einen Job finden. Dies fällt in Deutschland vor allem Alleinerziehenden und Migranten schwer. Damit mehr Menschen ohne staatliche Hilfe auskommen, muss sich zum einen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, und zum anderen muss die Aufnahme einer Beschäftigung lohnender werden. Geringverdiener, die ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen, sollten deshalb mehr von ihrem Hinzuverdienst behalten dürfen.

Judith Niehues

Dr. Judith Niehues

Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung

Tel+49 221 4981-768

Mailniehues@iwkoeln.de

Go to profile
Christoph Schröder

Christoph Schröder

Senior Researcher for Income Policy, Wages and Working Time Policy

Tel+49 221 4981-773

Mailschroeder.christoph@iwkoeln.de

Go to profile
Maximilian Stockhausen

Dr. Maximilian Stockhausen

Economist for Income and Wealth Distribution

Tel+49 30 27877 134

Mailstockhausen@iwkoeln.de

@StockhausenEcon

Go to profile