Firmen etwas weniger zuversichtlich als im Frühjahr

Saldo aus positiven und negativen Erwartungen in Deutschland in Prozentpunkten

Die Entwicklung der Weltkonjunktur
Die Entwicklung der Weltkonjunktur

Die Weltkonjunktur wurde im Jahr 2015 entscheidend von der Schwäche wichtiger Schwellenländer geprägt. Während sich die wirtschaftliche Lage in den Industrieländern weitgehend stabilisiert hat, befinden sich Russland und Brasilien in einer Rezession und die chinesische Wirtschaft verliert an Dynamik. Mit Blick auf die gesamten Schwellen- und Entwicklungsländer wird in diesem Jahr mit 4 Prozent das schwächste Wirtschaftswachstum seit dem Jahr 2001 realisiert. Die Wachstumsdifferenz zwischen den aufstrebenden und den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich auf 2 Prozent-punkte halbiert – das ist ebenfalls der mit Abstand niedrigste Wert seit der Jahrtausendwende.

Der Blick auf den Außenhandel
Der Blick auf den Außenhandel

Inmitten dieses gebremst dynamischen globalen Umfelds wird der deutsche Außenhandel von den folgenden Faktoren beeinflusst. Die steigenden industriellen Lohnstückkosten belasten die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft. Die Abwertung des Euro gegenüber einer Reihe wichtiger Währungen kann zum Teil diesem Wettbewerbsnachteil entgegenwirken. Allerdings könnte die VW-Affäre dazu beitragen, dass sich die Verhandlungsposition deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten schwieriger gestaltet, und Preiszugeständnisse erwarten lässt.

Die Flüchtlinge und der Arbeitsmarkt
Die Flüchtlinge und der Arbeitsmarkt

Im Jahresverlauf 2015 wird in Deutschland mit 900.000 Flüchtlingen gerechnet, im Verlauf des Jahres 2016 kommen 600.000 Personen hinzu. Dies ist eine Annahme, keine Prognose! Von den im Jahr 2016 zusätzlich in den Arbeitsmarkt eingetretenen Flüchtlingen können rund 80.000 erwerbstätig und 237.000 Personen zunächst erwerbslos sein. Ein Teil dieser Erwerbslosen wird in arbeitsmarktpolitischen Maß-nahmen gefördert und daher nicht als arbeitslos gezählt. Die Anzahl der Arbeitslosen wird im Jahr 2016 somit nur um rund 120.000 Personen zunehmen. Die Arbeitslosenquote steigt auf – im historischen Kontext und im europäischen Vergleich immer noch sehr niedrige – 6 ½ Prozent. Nach einem Beschäftigungsaufbau in Höhe von fast 300.000 Personen in diesem Jahr wird die Beschäftigung im Jahr 2016 um ½ Prozent auf einen jahresdurchschnittlichen Rekord von 43,25 Millionen Personen weiter ansteigen.

Der Blick auf den Konsum
Der Blick auf den Konsum

Der Konsum war in den letzten Jahren der größte Konjunkturtreiber in Deutschland. Die Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung sowie die geringere Sparneigung erklären dies. Im Jahresverlauf 2015 bekam die Konsumkonjunktur durch die positiven Kaufkrafteffekte der deutlich gesunkenen Energiepreise kräftig Rückenwind. Im Prognosezeitraum wird der Private Konsum von den folgenden Faktoren beeinflusst: 1. Die hohe Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland beeinflusst im gesamten Prognosezeitraum vorwiegend den Staatskonsum. Die monetären Transfers begünstigen allmählich den Privaten Konsum – im kommenden Jahr um fast 10 Milliarden Euro oder um ½ Prozent. 2. Der anhaltende, wenngleich abgeschwächte Beschäftigungsaufbau und die damit einhergehenden Einkommenszuwächse treiben auch im kommenden Jahr den Konsum an. 3. Steuerliche Maßnahmen – zum Beispiel die Erhöhung des Grund- und Kinderfreibetrags und der teilweise Abbau der kalten Progression – sowie das kräftige Rentenplus erhöhen die verfügbaren Einkommen. 4. Stimulierend wirkt weiterhin das Niedrigzinsumfeld. 5. Infolge der stark gefallenen Energiepreise herrscht hierzu-lande im Jahr 2015 nahezu Preisstabilität. Da für 2016 mit ähnlich hohen Energiepreisen gerechnet wird, entstehen keine zusätzlichen Kaufkraftgewinne. Die Inflationsrate wird sich im Jahr 2016 auf 1 ¼ Prozent belaufen. Die realen Konsumausgaben der privaten Haushalte werden im Jahr 2016 um gut 1 ½ Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Der Staatskonsum wird um rund 2 Prozent ansteigen.

Ostdeutsche weniger optimistisch als Westdeutsche

Saldo aus positiven und negativen Produktionserwartungen in Deutschland in Prozentpunkten

Frühjahr: Erwartungen für das laufende Jahr; Herbst: Erwartungen für das kommende Jahr; die Grafiken können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

Leistungsbilanz

Wettbewerbsfähigkeit

Exporte

China

Warengruppen

Emerging Markets

Europa

Investitionstätigkeit

Ölpreis

Beschäftigung

Flüchtlinge und Soziales

Flüchtlinge und Arbeitsmarkt

Position im Konjunkturzyklus

Konjunkturperspektiven

Mindestlohn

Geldpolitik

Zinswende

Fragen und Antworten

Forschungsgruppe Konjunktur: Neue Herausforderungen – Konjunkturelle Fragen im Herbst 2015

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IW-Trends

IW-Forschungsgruppe Konjunktur: Moderate Schlagzahl im Fahrwasser der schwächeren Weltwirtschaft – IW-Konjunkturprognose Herbst 2015

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Pressemitteilung

IW-Konjunkturumfrage und -prognose: Mehr Beschäftigte, mehr Arbeitslose

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Statement

Michael Hüther: Moderate Schlagzahl im Fahrwasser der schwächeren Weltwirtschaft – IW-Konjunkturprognose und IW-Konjunkturumfrage Herbst 2015

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Tabellen

Moderate Schlagzahl im Fahrwasser der schwächeren Weltwirtschaft – IW-Konjunkturprognose und IW-Konjunkturumfrage Herbst 2015

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Ansprechpartner

Ölpreis
IW-Nachricht, 29. September 2016

Ölpreis Ende der KonjunkturspritzeArrow

Die Zeiten billigen Öls sind fürs Erste vorbei: Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die OPEC-Staaten jetzt darauf geeinigt, ihre Produktion zu deckeln. Der Ölpreis stieg sofort sprunghaft an und dürfte in den kommenden Monaten weiter zulegen. Die deutsche Wirtschaft wird die Bremseffekte schnell zu spüren bekommen. mehr

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IW-Pressemitteilung, 15. September 2016

IW-Konjunkturampel Die Warnleuchten springen anArrow

Auf den ersten Blick erscheint die deutsche Wirtschaft noch robust: In den ersten sechs Monaten 2016 ist sie noch gewachsen. Doch der Ausblick verdüstert sich, zeigt die Konjunkturampel des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Ausgerechnet die Industrie macht Sorgen. mehr

15. September 2016

Grundsteuer Reine Bodensteuer statt GrundsteuerArrow

Die Mehrheit der Länderfinanzminister ist sich einig: Die Grundsteuer muss reformiert werden. Doch der vorliegende Kompromiss ist zu teuer und zu bürokratisch, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Dabei wäre die Lösung so einfach. mehr auf iwd.de