Das Beharrungsvermögen der deutschen Wirtschaft überrascht angesichts der gleichzeitig einsetzenden Abschwächung der Weltwirtschaft. Die nachlassenden Wachstumsbeiträge aus dem Ausland werden durch zunehmende Impulse aus dem Inland ausgeglichen. Diese Robustheit reflektiert aber nur eine vordergründige Stabilität:

  • Die robuste Inlandsnachfrage speist sich aus der guten Arbeitsmarktentwicklung. Diese ist nicht neu und nur im Zusammenhang mit weit vorausgeschalteten Weichenstellungen (Agenda 2010) zu verstehen. Während maßvolle Lohnerhöhungen den Arbeitsmarkterfolg mitbegründen, kann eine nachhaltige Abkehr von produktivitätsorientierten Lohnabschlüssen die Beschäftigungs- und Konjunkturentwicklung gefährden.
  • Die deutlich gesunkenen Energiepreise haben zusammen mit den niedrigen Zinsen die Konsumkonjunktur in Deutschland im Jahr 2015 erheblich angeschoben. Im ersten Quartal 2016 bekam die Konjunktur dadurch nochmals einen kräftigen Schub. Das wird sich so nicht fortsetzen.
  • Die ultra-expansive Geldpolitik stützt die Konjunktur. Die Niedrigzinsen verfehlen in diesem Sinn ihre Wirkungen nicht. Die Wechselkursentwicklung hat zumindest bisher das Exportgeschäft begünstigt. Seit einiger Zeit wirken dem aber die kräftig ansteigenden Lohnstückkosten der Industrie entgegen.

IW-Trends

IW-Forschungsgruppe Konjunktur: Vordergründig robust, hintergründig anfällig – IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2016

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Pressemitteilung

IW-Konjunkturumfrage und -prognose: Nur oberflächlich robust

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Tabellen und Grafiken

Vordergründig robust, hintergründig anfällig – Materialien zum Statement

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Statement

Michael Hüther: Vordergründig robust, hintergründig anfällig – IW-Konjunkturprognose und IW-Konjunkturumfrage Frühjahr 2016

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Ansprechpartner

IW-Pressemitteilung, 22. November 2016

IW-Konjunkturumfrage und -prognose Die nächste allgemeine VerunsicherungArrow

Erst das Brexit-Votum im Vereinigten Königreich, dann Donald Trumps Wahlsieg in den USA – die globale Verunsicherung steigt. Das wirkt sich auf die deutsche Konjunktur aus: Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet für 2017 nur mit einem Plus von gut 1 Prozent. Das untermauert auch die IW-Konjunkturumfrage unter rund 2.900 Unternehmen in Deutschland. mehr

IW-Trends, 22. November 2016

IW-Forschungsgruppe Konjunktur Eskalierende Unsicherheit lähmt Investitionen – IW-Konjunkturprognose Herbst 2016Arrow

Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit hat im Jahresverlauf 2016 noch einmal deutlich zugenommen. Neben den Wachstumsproblemen in großen Schwellenländern und der noch nicht gelösten Schulden- und Strukturprobleme in Europa haben der angekündigte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und der Wahlausgang in den USA für eine nochmals geringere Planungssicherheit in den Unternehmen gesorgt. mehr