Frühkindliche Betreuung hat gerade für Kinder von Alleinerziehenden positive Auswirkungen, da unter anderem das Armutsrisiko, von dem Alleinerziehende überdurchschnittlich häufig betroffen sind, durch eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung gesenkt werden kann. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Gesamtgesellschaftliche Effekte einer Ganztagesbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden“, des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, und dem Geschäftsführer des IW Köln, Dr. Hans-Peter Klös, die Ergebnisse vorgestellt.

„Unsere Familienpolitik richtet sich an alle Familien, gleich welcher Form. Eine gut ausgebaute, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung hilft Alleinerziehenden und ihren Kindern ganz besonders“, so Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters sagt dazu: „Die Studie zeigt, dass ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen könnte. Damit wäre auch das Wohlergehen von 175.000 Kindern besser abgesichert. Diese Chance dürfen wir nicht verpassen. Jedes Kind ab einem Jahr sollte ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz haben.“

Die Untersuchungen des IW Köln zeigen, dass ein flächendeckendes Betreuungsangebot die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbsaufnahme von Alleinerziehenden erhöht. Durch ein besseres Betreuungsangebot nimmt vor allem die Chance zu, dass Alleinerziehende ihren Wunsch nach einer Vollzeittätigkeit realisieren können. Die Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden in Vollzeitbeschäftigung beträgt 5,2 Prozent, bei Erwerbslosen ist sie etwa zehnmal so hoch. Durch Angebote an Ganztagsbetreuung entstehen folglich Aufstiegschancen für Alleinerziehende.

Für Kinder eröffnen sich durch den längeren Besuch einer Betreuungseinrichtung bessere Bildungschancen. Kinder von Alleinerziehenden können ihre schulischen Leistungen um mehr als ein Jahr verbessern. Die Wahrscheinlichkeit, später ein Gymnasium zu besuchen, erhöht sich für alle Kinder.

Ganztagseinrichtungen haben daher einen positiven Einfluss auf das Wohlergehen von Kindern. Sie tragen dazu bei, ihre Gesundheitssituation zu verbessern und ihr subjektives Wohlbefinden zu steigern. Betreuungseinrichtungen erleichtern Kindern darüber hinaus, mit der Trennung ihrer Eltern zurechtzukommen. Sie gewährleisten die Einbettung in ein stabiles soziales Umfeld und den sozialen Kontakt zu anderen Kindern.

Aber auch für die öffentliche Hand zahlen sich die Investitionen in Ausbau der Infrastruktur aus. IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös betont die Bedeutung der langfristigen Perspektive von Investitionen in die Infrastruktur: „Den zusätzlichen jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro stehen infolge der höheren Erwerbstätigkeit, Einsparungen bei der Nachqualifizierung der Kinder sowie steigenden positiven Produktivitätseffekten mittelfristig höhere Einnahmen der öffentlichen Hand gegenüber. In zwanzig Jahren werden die kumulierten Einnahmen die Ausgaben übertreffen.“

Gutachten

Christina Anger / Mira Fischer / Wido Geis / Sebastian Lotz / Axel Plünnecke / Jörg Schmidt: Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden
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Kurzfassung

Christina Anger / Mira Fischer / Wido Geis / Sebastian Lotz / Axel Plünnecke / Jörg Schmidt: Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden
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Pressemitteilung

Studie über die Auswirkungen von Ganztagesbetreuung für die Kinder von Alleinerziehenden
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Statement

Hans-Peter Klös: Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden
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Ansprechpartner

19. August 2016

Bildung Bildung – der Schlüssel zur Flüchtlings-Integration Arrow

Für eine reibungslose Integration von Flüchtlingen ist der Erwerb von Deutschkenntnissen zwar eine wichtige Grundlage, reicht aber allein nicht aus. Vielmehr bedarf es einer ganzen Reihe an Maßnahmen - und die kosten Geld: Allein im Jahr 2017 müsste der Staat nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) 3,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. mehr auf iwd.de

Kinderbetreuung
IW-Nachricht, 21. Juli 2016

Kinderbetreuung Noch ein weiter WegArrow

Im März 2016 besuchten 721.000 unter Dreijährige eine Kindertageseinrichtung oder -pflege. Damit gab es noch nicht einmal jene 750.000 Betreuungsplätze, auf die sich die Politik beim Krippengipfel 2007 verständigt hatte. Gleichzeitig ist der Bedarf in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – laut Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergibt sich aktuell eine Lücke von rund 165.000 Betreuungsplätzen. mehr

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