Durch die Wirtschaftskrise geraten zunehmend Aspekte wirtschaftswissenschaftlicher Theorie und wirtschaftlicher Praxis in den Blick, die jahrzehntelang eher ausgeblendet waren. Wirtschaftsgeschichte, Verhaltensökonomik, Sozialpsychologie und Unternehmensethik können ihre Perspektiven nun besser zur Geltung bringen und vermitteln ein komplexeres Bild des wirtschaftlichen Geschehens.

Die Krise hat zu vielen Enttäuschungen geführt, bei Anlegern und Konsumenten ebenso wie bei politischen Akteuren, die um die Früchte wirtschaftspolitischer Reformen gebracht zu werden drohen. Doch Enttäuschungen dieser Art können auch wertvolle Erkenntnisprozesse in Gang setzen: Sie eröffnen die Möglichkeit, die eigenen Erwartungen, Motive und Wünsche zu überprüfen, neue Ansätze zu testen und ungewohnte Wege zu gehen – vorausgesetzt, diese Pläne werden nicht mit unerfüllbaren Versprechen belastet. Worin besteht ein „gesundes Vertrauen“? Welche Art von Sicherheit – institutionelle und individuelle – kann überhaupt geschaffen werden, ohne den innovativen und dynamischen Charakter der Wirtschaft zu beschädigen?

Die Tagung sondiert die Chancen für einen solchen Lernprozess auf der Grundlage einer Analyse der Einstellungen, Emotionen und Erwartungen, die das wirtschaftlich relevante Handeln beeinflussen: bei Unternehmen und in der Politik, bei Kunden und Wählern.

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