Mikrodaten Image
Quelle: Halfpoint - Fotolia

Die Analyse von Mikrodaten zeigt, wie sich geplante Reformen auswirken würden. Je detaillierter die Datengrundlage, desto fundierter lassen sich die Effekte politischer Maßnahmen auf die gesamte Volkswirtschaft und auf einzelne Bevölkerungsgruppen herausarbeiten. Die Mikrodatenanalyse ist ein unverzichtbares Instrument zur Bewertung und Beratung der Politik.

Schwerpunkte

  • Arbeitsmarkt: Die ökonomische Theorie unterstellt, dass erwerbsfähige Personen so viel arbeiten („Arbeit anbieten“), dass ihnen die Kombination aus erzieltem Einkommen und verbleibender Freizeit optimal nutzt. Das erzielbare Einkommen hängt jedoch nicht nur vom Arbeitslohn ab, sondern auch von den darauf fälligen Steuern und Sozialabgaben. Gerade bei geringen Stundenlöhnen und kurzen Arbeitszeiten spielt es zudem eine Rolle, in welcher Höhe Sozialtransfers gezahlt würden, wenn der Betroffene keine Beschäftigung aufnähme. Mikrosimulationsmodelle können diese sogenannte Arbeitsangebotsentscheidung für einzelne Personen abbilden. Das gilt nicht nur für den Status quo, sondern auch für denkbare Alternativszenarien. Auf diese Weise lässt sich untersuchen, welche Auswirkungen arbeitsmarkt- und sozialpolitische Maßnahmen sowie Steuerreformen auf das Erwerbsverhalten haben.
  • Energiekosten: Die Forschungsgruppe bringt die Daten zum Energieverbrauch der Wirtschaft mit der Entwicklung der Energiepreise in Zusammenhang und leitet daraus ab, wie der gewerbliche Energieverbrauch kurz-, mittel- und langfristig auf die Preise reagiert. Diese Vorgehensweise erlaubt Szenario-Rechnungen mit unterschiedlichen Zeithorizonten zu möglichen Preisentwicklungen und den zu erwartenden Mengenreaktionen.
  • Demografische Entwicklung: Aus den Daten der Bevölkerungsprognose und aus den Zuwanderungsstatistiken ermitteln die Forscher demografische Trends für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Die Alterung der Bevölkerung und die Wanderungsbewegungen in Richtung der Ballungsräume verändern die ökonomischen Bedingungen der verschiedenen Regionen. Städtische und ländliche Räume entwickeln sich ganz unterschiedlich, sowohl hinsichtlich der Bevölkerungszahl als auch hinsichtlich der Zusammensetzung nach Alter, Erwerbsfähigkeit und Bildungsniveau. Dies hat nicht zuletzt Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte, weil der Anteil derjenigen schrumpft, die zur Finanzierung beitragen.
  • Einkommensverteilung: Meistens hat eine neue Regelung oder ein Gesetz Umverteilungseffekte zwischen den verschiedenen Einkommensgruppen. Verteilungsfragen spielen eine zentrale Rolle für die Akzeptanz neuer Gesetze. Mithilfe der Mikrodatenanalyse lassen sich die Gewinner und Verlierer politischer Maßnahmen identifizieren.

Kooperationspartner

Ansprechpartner