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Kein ausgeglichenes Spiel mehr: Der demografische Wandel belastet den Generationenvertrag. Foto: Shapecharge/iStock

Heute kommen auf 100 Beitragszahler gut 60 Rentner; im Jahr 2030 dürften es bereits 100 sein. Das bedeutet: Ein Beitragszahler muss im Durchschnitt einen Rentner finanzieren. Die Beitragssätze müssten deshalb steigen – oder die Empfänger weniger Geld beziehen.

Damit nicht allein die Beitragszahler die niedrigen Geburtenraten und eine längere Lebenserwartung ausgleichen müssen, sind die Lasten der Alterssicherung zunächst mit der Rentenreform 1997 und danach über weiteren Anpassungen neu verteilt worden. Dazu gehören die Riester-Rente, der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel, mit dem der demografische Wandel berücksichtigt wird, und – seit dem Jahr 2012 – die Rente mit 67. Die Mütterrente und die abschlagfreie Rente mit 63 Jahren für langjährige Versicherte werden die Rentenkasse jedoch wieder stärker belasten.

Generell gilt: Damit künftige Generationen nicht immer größere Lasten schultern müssen und gleichzeitig die Versorgung im Ruhestand gesichert bleibt, müssen sich die Alterseinkommen verstärkt auch aus betrieblicher und privater Vorsorge speisen.

Ansprechpartner

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr