IW-Nachrichten

26. Januar 2010

Schwarzarbeit

Mehr Kontrolle ist auch keine Lösung

Die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie Kurzarbeit treiben laut einer Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung immer mehr Menschen in die Schwarzarbeit. Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegen: Jeder fünfte Deutsche gibt zu, schwarz zu arbeiten – und fast jeder Dritte greift auf Schwarzarbeit zurück.

 
Maler Quelle: Vladimir Mucibabic/FotoliaBesonders oft wird in Privathaushalten an der Steuer vorbeigearbeitet: Rund 95 Prozent der 4,5 Millionen Haushalte, in denen eine Haushaltshilfe beschäftigt ist, melden sie nicht an. Auch Handwerker werden am häufigsten rund um den Privathaushalt schwarz beauftragt, nicht zuletzt, weil diese Kosten nur begrenzt steuerlich geltend gemacht werden können. Doch ob die geplanten 6.700 statt wie bisher 6.500 Schwarzarbeitsfahnder daran sehr viel ändern, ist zweifelhaft.


Denn die Finanzkontrolle Schwarzarbeit arbeitet nach Untersuchungen des Bundesrechnungshofs sehr ineffektiv und ist teuer. Neben den finanziellen Vorteilen für den Einzelnen, die durch das Hinterziehen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen entstehen, sind vor allem die wahrgenommenen sozialen Normen entscheidend – nach dem Motto: Tut der Nachbar es auch, ist es wohl in Ordnung.


Mit Schwarzarbeit werden in Deutschland laut Umfragen schätzungsweise 150 Milliarden Euro umgesetzt, hinzu kommt noch das dabei verwendete Material im Wert von rund 80 Milliarden Euro.


Gesprächspartner im IW
Dr. Dominik H. Enste, Telefon: 0221 4981-730

 

 

Mehr zum Thema

Interview
15. Oktober 2009
Dominik Enste auf ZDFonline: "Schwarzarbeit summiert sich auf rund sieben Prozent des BIP"
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gab eine Studie in Auftrag, nach der ein Drittel der Deutschen Schwarzarbeiter beschäftigt und dafür durchschnittlich zirka 1000 Euro ausgegeben habe. Dazu im Interview mit ZDF-online IW-Ökonom Dominik Enste.


Auf den Punkt gebracht
Die wichtisgste Zahlen und Fakten: Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit

  
iwd – Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
Nr. 9 vom 26. Februar 2009

Familienunterstützende Dienstleistungen: Jobchancen für Geringqualifizierte
Putz- und Bügelhilfen werden fast ausschließlich schwarz beschäftigt. Bei einer Legalisierung dieser Jobs könnten mehrere Hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, die in erster Linie Geringqualifizierten zugute kämen.

 

Samstag, 13. März 2010
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Kurze Kommentare aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

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