IW-Nachrichten

30. März 2009

Unternehmensfinanzierung

Eher eine gefühlte Kreditklemme

In den vergangenen Monaten wurde zum Teil der Eindruck erweckt, dass die Unternehmen in Deutschland kaum noch Geld von den Banken erhielten. Die Finanzmarktkrise habe zu einer derartigen Zurückhaltung der Kreditinstitute geführt, dass vielen Firmen die Luft zum Atmen ausginge, hieß es. Doch die aktuellen Zahlen der Bundesbank deuten eher auf Entspannung.

 

Quelle: uni_com/PhotocaseDie Banken haben den Unternehmen 2008 keineswegs den Kredithahn zugedreht: Insgesamt wurden über 2,1 Billionen Euro vergeben. Dies waren 27 Prozent mehr als 2007. Dabei nahm die Vergabe von Überziehungskrediten um 21 Prozent zu, während das übrige Neukreditgeschäft sogar um ein Drittel wuchs. Auch am aktuellen Rand ist noch keine Klemme absehbar. Im Januar 2009 wurden insgesamt 181 Milliarden Euro vergeben, 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Zinssätzen scheint es ebenfalls nicht zu klemmen: Nach einem Höhepunkt im Herbst 2008 mit Zinsen von bis zu 6 Prozent sind die Sätze wieder auf Werte von knapp 4 bis 5 Prozent gefallen - je nach Laufzeit.

 

Zwar gibt es trotz der umfangreichen Mittel aus dem Bankensektor Unternehmen mit Liquiditätsproblemen, denen bei Andauern der Krise ein existenzgefährdender Finanzierungsengpass droht. Doch der Kern des Problems scheint eher in einem mit den Aufträgen wegbrechenden Cashflow zu liegen als in einer besonderen Zurückhaltung der Finanzinstitute.

 

Gesprächspartner im IW
Dr. Klaus-Heiner Röhl, Telefon 030 27877-103

Dienstag, 9. Februar 2010
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Kurze Kommentare aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

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