Wer höhere Studiengebühren fordert, kann sich bei seiner Argumentation darauf berufen, dass die von Akademikern später gezahlten Steuern nicht ausreichen, um ihren Studienplatz zu finanzieren. In dieser Rechnung wird den staatlichen Kosten eines Studiums inklusive aller empfangenen Leistungen wie Bafög und Kindergeld der Betrag gegenübergestellt, den ein Akademiker im Laufe seines Berufslebens durch Steuern anteilig an die Hochschulen zurückzahlt. Uni-Absolventen machen so durch ihr Studium im Schnitt 48.000 Euro Gewinn, Fachhochschulabsolventen immerhin 17.000 Euro. Am stärksten profitieren demnach Mediziner von ihrer universitären Ausbildung. Sie kostet etwa 308.000 Euro, ein Arzt gibt anschließend aber nur 44.000 Euro über Steueranteile direkt an die Hochschulen zurück. Doch obwohl Studiengebühren durchaus sinnvoll sind, sollte mit ihnen keinesfalls versucht werden, den gesamten Nettovorteil des Studiums abzugreifen. Schließlich zahlen Akademiker mit ihren Abgaben auch für andere öffentliche Angebote wie beispielsweise Schulen und Verkehrswege.
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