Die vor zwei Jahren auf dem Bildungsgipfel beschlossene Erhöhung der Bildungs- und Forschungsausgaben auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zum Jahr 2015 ist angesichts der prekären Haushaltslage ein sehr ehrgeiziges Ziel. Derzeit beträgt der BIP-Anteil erst 8,6 Prozent. Trotzdem lassen sich sinnvolle Projekte – wie zusätzliche Kitaplätze und Ganztagsgrundschulen – durchaus finanzieren. Ein Großteil der dafür nötigen Mittel in Höhe von rund 7 Milliarden Euro pro Jahr kann aufgebracht werden, indem die im Bildungsbudget demografisch bedingt frei werdenden Gelder reinvestiert und nicht gespart werden. So sinken die Ausgaben für allgemeinbildende Schulen um über 3 Milliarden Euro. Ferner werden die jährlichen Kindergeldzahlungen 2015 um knapp 2 Milliarden Euro niedriger ausfallen als heute, da es immer weniger Nachwuchs gibt. Außerdem ließen sich durch eine flächendeckende Einführung von Studiengebühren – 500 Euro pro Semester – zusätzliche private Mittel in Höhe von 1 Milliarde Euro einnehmen. Dabei ist schon berücksichtigt, dass sozial schwache Studenten einen Zuschuss bekommen.
Wöchentliche Analysen zu wirtschafts-, sozial- und bildungspolitischen Themen.
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