Die deutsche Wirtschaft wächst auch weiterhin nur ausgesprochen schwach. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2006 nur um 1,1 Prozent zulegen. Die moderate Erholung wird nach wie vor vom Export getragen. Erfreulicherweise werden die weiter boomende Weltwirtschaft und der deutsche Außenhandel zusehends die Ausrüstungsinvestitionen stimulieren. Damit gewinnt die konjunkturelle Entwicklung an Breite, was wiederum das Potenzial für einen sich allmählich auch selbst tragenden Aufschwung in Deutschland stärkt. Allerdings kommt der Konsum wegen des sich nur zögerlich belebenden Arbeitsmarktes und der hohen Energiepreise nicht in Schwung. Der öffentliche Haushalt kann hinsichtlich des Finanzierungssaldos erstmals nach vier Jahren wieder das Maastricht-Kriterium einhalten. Neben der Ölpreisentwicklung stellt die künftige wirtschaftspolitische Gangart in Deutschland ein Konjunktur- und Prognoserisiko dar. Außerdem muss die Lohnpolitik ihren Weg beschäftigungsorientierter Abschlüsse und betrieblicher Differenzierung fortsetzen. Es wäre fatal, wenn in einem chancenreichen Umfeld bei den Arbeitskosten ein Rückschlag zu verzeichnen wäre.

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