Bei kräftig steigenden Exporten und Ausrüstungsinvestitionen hat der Aufschwung der deutschen Wirtschaft in der ersten Hälfte dieses Jahres hohe Dynamik entwickelt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag um 3,3 Prozent über dem Vorjahresstand. Doch die Hoffnung, dass dieses Tempo im Prognosezeitraum gehalten oder gar gesteigert werden könnte, wird sich nicht erfüllen. Vor allem der Private Verbrauch wird unter dem doppelten Druck von hohen Ölpreisen und steigender Ökosteuer im kommenden Jahr negativ beeinflusst. Allein die dritte Stufe der Ökosteuer und die wegen höherer Ölpreise gestiegene Mehrwertsteuerlast absorbiert gut zwei Drittel der Entlastung, die sich für das kommende Jahr aus der Einkommensteuerreform ergibt. Dagegen bleiben die Ausfuhren weiter eine robuste Konjunkturstütze, obwohl im kommenden Jahr vom Euro-Wechselkurs keine positiven Wettbewerbseffekte mehr ausgehen werden. Doch in den wieder kräftig wachsenden Reformstaaten Mittel- und Osteuropas, in Südostasien und im ölpreisgestützten OPEC-Raum werden die deutschen Absatzperspektiven zunehmend besser. Auch die Investitionen in Ausrüstungen und Sonstigen Anlagen bleiben bei anhaltend hohem Modernisierungsdruck und begünstigt durch die Entlastungseffekte der Unternehmensteuerreform weiterhin lebhaft. Die Bauinvestitionen dagegen werden im kommenden Jahr die Stagnationslinie nur knapp überschreiten. Insgesamt wird das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr etwas geringer ausfallen als in diesem. Gleichwohl bestehen gute Chancen, in diesem Jahr knapp 570.000 und im kommenden 480.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen könnte 2001 im Jahresdurchschnitt auf knapp 3,6 Millionen zurückgehen. Hierbei sind allerdings statistische Sondereinflüsse wirksam.

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