Die Bonner Klimakonferenz ist im August 2001 weitgehend Positionen der USA gefolgt, obwohl sie an den Verhandlungen nicht aktiv teilgenommen haben. Ihr Wunsch, Speichermedien für Kohlenstoff (Senken) wie Wälder und landwirtschaftliche Böden anzurechnen, hat zwar die ursprünglichen Reduktionsziele des Kyoto-Protokolls relativiert. Gleichzeitig wurden aber die von den USA favorisierten ökonomischen Instrumente des vorsorgenden Klimaschutzes ausgebaut. Die klimarelevanten Emissionen können damit effizienter verringert werden. Überdies werden, wie von den USA vorgeschlagen, die Entwicklungsländer stärker als bisher in die klimapolitische Programmatik einbezogen. Diese neuen Akzente entsprechen der klimapolitischen Zielsetzung, die weltweiten Emissionstrends umzukehren. Denn der Ausstoß von Treibhausgasen nimmt weiter zu. Derzeit geht der Löwenanteil zwar immer noch auf das Konto der Industrieländer. Doch Langfrist-Prognosen vermuten, dass die Entwicklungsländer in zwei Jahrzehnten für die Hälfte der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich zeichnen werden. Deutschland gehört zu den wenigen Industrieländern, die in den 90er-Jahren den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert haben. Ob sich diese Vorleistung auszahlt, hängt von der Disziplin der übrigen EU-Partner ab.

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