In vielen OECD-Ländern lässt sich beobachten, dass die arbeitskampfbedingten Arbeitsausfälle zurückgehen. Vielfach wird dies auf den sektoralen Strukturwandel zurückgeführt. Demnach kommt es zu einem Rückgang des Arbeitskampfvolumens, weil Arbeitskonflikte in der Industrie häufiger als im Dienstleistungssektor auftreten und sich gleichzeitig die Beschäftigungsanteile überall zugunsten des Servicesektors verschieben. Eine sektorale Analyse zeigt indes, dass dieser Struktureffekt nur einen geringen Erklärungsgehalt aufweist. Wichtiger zur Erklärung der rückläufigen Arbeitsausfälle sind intrasektorale Entwicklungen. Vor allem in der Industrie hat der wachsende internationale Wettbewerbsdruck die Gewerkschaften diszipliniert. Hinzu kommt die Vernetzung der Produktion, die deren Störanfälligkeit erhöht und damit die Effektivität von Streiks gesteigert hat.

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