Es ist derzeit noch offen, wann die größeren mittel- und osteuropäischen Mitgliedsländer der Europäischen Union vollständig der Europäischen Währungsunion beitreten werden. Um die Beitrittsfähigkeit zu bestimmen, sollten in Ergänzung zu den gebräuchlichen nominalen Konvergenzkriterien auch realwirtschaftliche Indikatoren herangezogen werden. Auf Basis der Theorie des optimalen Währungsraums können entsprechende Kriterien zur Wirtschaftsstruktur, zur Außenhandelsverflechtung sowie zur Preis- und Mengenflexibilität abgeleitet werden. Dabei schneiden die betrachteten Länder zumeist nicht wesentlich schlechter ab als die derzeitigen Mitglieder der Währungsunion – vor allem Griechenland und Portugal. Die Handelsverflechtung mit dem Euroraum ist bereits überdurchschnittlich. Polen zeigt Schwächen beim hohen Landwirtschaftsanteil und der hohen Arbeitslosigkeit. In der Slowakischen Republik gibt es Risiken bezüglich der Energieintensität und der hohen Unterbeschäftigung. In Ungarn und der Tschechischen Republik bestehen Beitrittshemmnisse vor allem bei den erheblichen Defiziten in der Leistungsbilanz und beim Staatshaushalt.

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