Die Arbeitsmärkte der mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten sind von den Anpassungslasten des Transformationsprozesses gekennzeichnet. Vergleichsweise geringe Arbeitsmarktprobleme finden sich in Slowenien und mit Einschränkungen in der Tschechischen Republik und Ungarn. Als kritisch muss die Arbeitsmarktlage in Polen und Bulgarien eingestuft werden. Die Erwerbstätigkeit hat zwar offensichtlich ihren Tiefpunkt weitgehend durchschritten, aber die Arbeitslosigkeit bleibt hoch. Das Bildungsniveau der Arbeitskräfte in den Beitrittsländern ist mit dem der bisherigen Europäischen Union vergleichbar, gleichwohl sind die Humankapitalverluste durch Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit beträchtlich. Dies kann sich durch Emigration weiter verschärfen, vor allem wenn junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte abwandern. Die institutionelle Ausgestaltung der sozialen Sicherung ist derzeit nicht überall dazu geeignet, diesen Problemen entgegenzuwirken.

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