Die Bevölkerung in Deutschland wird in den nächsten Dekaden schrumpfen und altern. Die mittleren Varianten verschiedener Bevölkerungsprojektionen gehen von einem Rückgang um über 12 Millionen auf rund 70 Millionen Einwohner im Jahr 2050 aus. Das Medianalter in der Bevölkerung wird gleichzeitig von heute 40 auf etwa 50 Jahre steigen. Die demographische Entwicklung hängt von der Fertilität, der Mortalität und der Zuwanderung ab. Aber selbst ein Zuwanderungsüberschuss in Höhe von 200.000 Personen pro Jahr würde bei weitem nicht ausreichen, die Auswirkungen der steigenden Lebenserwartung und der seit fast 30 Jahren konstant niedrigen Geburtenraten auszugleichen. Eine Analyse zeigt, dass sich hinter den stabilen Geburtenraten in Deutschland die Familienstrukturen deutlich verschieben. Im Gegensatz zu anderen Industrieländern ist hier eine Polarisierung zu beobachten. Einerseits nimmt der Anteil der Familien mit nur einem Kind ständig ab, und der Anteil der Frauen, die zeitlebens keine Kinder gebären, ist mit 26 Prozent auf weltweit einmalige Höhen gestiegen. Andererseits wird der dadurch ausgelöste Geburtenrückgang durch eine höhere Anzahl von Kindern in Großfamilien gemildert.

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