Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln führt seit 1992 regelmäßig bei ostdeutschen Unternehmen Konjunkturumfragen durch. Deren Ergebnisse spiegeln den tatsächlichen Wirtschaftsverlauf in den neuen Bundesländern recht gut wider. Diese positiven Erfahrungen waren Anlass, eine gleich konzipierte Umfrage bei westdeutschen Unternehmen durchzuführen. Dies geschah erstmals in diesem Frühjahr. Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen, dass Wirtschaftslage und Wirtschaftsperspektive im Westen noch etwas skeptischer eingeschätzt werden als im Osten. Im Osten melden derzeit 64,4 Prozent der befragten Unternehmen sinkende oder stagnierende Produktion, im Westen sind es 75,7 Prozent. Die weiteren Produktionsperspektiven werden nur geringfügig günstiger eingeschätzt. Denn mit 57,7 Prozent im Osten und 65,7 Prozent im Westen sind die Unternehmen mit sinkenden oder stagnierenden Produktionserwartungen immer noch in der Überzahl. Die Sorge vor einer überzogenen Tarifrunde in der Industrie hat die Ergebnisse der Umfragen wesentlich beeinflusst, im Westen stärker als im Osten. Denn im Osten sind weniger Unternehmen tarifgebunden als im Westen, und das strukturelle Gewicht des Verarbeitenden Gewerbes ist in der ostdeutschen Wirtschaft geringer.

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