Die entwicklungspolitische Strategie Chinas hat zu einem exportgetriebenen Wachstum bei gleichzeitiger Bildung von Wachstumspolen im Inland geführt. Damit avancierte das Land zu einem der exportstärksten Länder der Welt und zu einem Financier auf den internationalen Kapitalmärkten. Diese Position ist in dieser Dimension eigentlich nur von einem hoch entwickelten Industrieland zu erwarten. Im Binnensektor zeigen sich dagegen die für ein Entwicklungsland typischen dualistischen Strukturen. Einerseits wirken die Wachstumspole als Wohlstandsbeschleuniger. Andererseits entstehen starke regionale Divergenzen, weil die geöffneten und marktwirtschaftlich orientierten Provinzen schneller wachsen. Zudem öffnet sich innerhalb der Regionen ein Wachstums- und Wohlstandsgefälle zwischen Stadt und Land. Aus beiden Entwicklungen resultieren Wanderungen, die zum Beschäftigungsaufbau im informellen Sektor und zu Arbeitslosigkeit führen. Verstärkt wird dieses Problem durch zunehmenden Wettbewerb, der in den überdimensionierten Staatsbetrieben Beschäftigungsanpassungen nach sich ziehen dürfte.

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