Internationalen Vergleichen der Arbeitskosten, die sich ausschließlich auf das Verarbeitende Gewerbe beziehen, wird mangelnde Relevanz vorgeworfen, weil an der Erstellung von Industriewaren durch vielfältige Lieferverflechtungen auch andere Wirtschaftsbereiche beteiligt sind. Eine Analyse von nationalen und internationalen Input- Output-Tabellen zeigt, dass die Bedeutung der Zulieferer zunimmt. Das Verarbeitende Gewerbe hat allerdings am gemeinsam mit allen Zulieferbranchen erbrachten Arbeitsvolumen, das für die Erstellung von Industriewaren im Inland eingesetzt wird, noch immer einen Anteil von rund 80 Prozent. Zudem ist das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland auch in Relation zu anderen Wirtschaftsbereichen eine teure Branche, seine Lieferanten haben gut 20 Prozent niedrigere Arbeitskosten zu tragen. Unter Berücksichtigung der Vorleistungseffekte sind die industriellen Arbeitskosten in Deutschland daher gut 4 Prozent niedriger als bei einer alleinigen Betrachtung des Verarbeitenden Gewerbes. Dagegen ergeben sich für eine Reihe von europäischen Wettbewerbern nur geringfügige Kosteneffekte. Gleichwohl bleibt Deutschland trotz dieses relativen Vorteils das zweitteuerste Industrieland in der Europäischen Union.

IconDownload | PDF

Ansprechpartner