Die Tarifparteien in Deutschland verfolgen seit Mitte der neunziger Jahre eine insgesamt beschäftigungsorientierte Lohnpolitik. Sie schaffte die Voraussetzungen dafür, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft im internationalen Vergleich zu verbessern. Die jüngsten Erfolge auf den Auslandsmärkten sind nicht auf Kosten einer schwachen Konsumnachfrage erzielt worden. Eine empirische Überprüfung zeigt, dass die Konsumentwicklung vor allem durch die Beschäftigungsentwicklung beeinflusst wird. Eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik stützt den privaten Verbrauch, es besteht kein Zielkonflikt zwischen Lohnzurückhaltung und Nachfragestimulierung. Die Tarifparteien sollten den Kurs der Lohnzurückhaltung deshalb fortsetzen. Die zumeist maßvollen Lohnabschlüsse haben seit Mitte der neunziger Jahre rund 600.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Auch das Jahr 2006 hat eindrucksvoll gezeigt, wie positiv eine Kombination aus einem vergleichsweise hohen Wachstum und maßvollen Lohnabschlüssen auf die Beschäftigung wirken kann. Erstmals seit dem Jahr 2000 ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wieder angestiegen.

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