Das deutsche Verarbeitende Gewerbe hat seine Lohnstückkosten seit 2003 um insgesamt 14 Prozent senken können. Dennoch zeigt die langfristige Entwicklung seit 1991, unter Berücksichtigung von Sondereffekten durch die deutsche Einheit, auch auf Nationalwährungs- Basis keinen wesentlich günstigeren Verlauf als im Ausland. Denn die Lohnstückkosten legten in Deutschland in der ersten Hälfte der neunziger Jahre wegen hoher Arbeitskostenanstiege und schwacher Produktivitätszuwächse um jährlich 3,4 Prozent zu, während sie bei den Konkurrenzländern über den gesamten Untersuchungszeitraum ohne große Schwankungen konstant blieben. Beim Lohnstückkostenniveau ergibt sich ein deutlich freundlicheres Bild als vor einem Jahr. Zum einen war die Lohnstückkostenentwicklung in Deutschland im Jahr 2007 sehr günstig. Zum anderen ergaben sich durch Datenrevisionen auch für den Zeitraum bis 2006 aus deutscher Sicht bessere Werte. Noch immer ist die deutsche Industrie aber beim Lohnstückkostenniveau im oberen Drittel platziert und hat gegenüber dem Ausland im Durchschnitt einen Lohnstückkostennachteil von 7 Prozent zu verkraften. Die hierzulande hohe Produktivität reicht somit nicht aus, um die Spitzenstellung bei den Arbeitskosten vollständig auszugleichen.

IconDownload| PDF

Ansprechpartner