Der demografische Wandel ist mit zeitlichen Verzögerungen in allen Industrieländern zu beobachten. Der IW-Demografieindikator beschreibt anhand von 42 Kennziffern die derzeitige demografische Struktur der OECD-Länder, ihre Potenziale, um diese Struktur mittelfristig zu verändern und ihre jeweilige Anpassungsfähigkeit an die demografischen Verhältnisse in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Innovation und Finanzen. Deutschland ist neben Japan und Italien am meisten von den demografischen Veränderungen betroffen, hat seine Systeme aber noch nicht genügend auf die absehbaren Herausforderungen vorbereitet. Im Gesamtindikator belegt Deutschland daher den vorletzten Platz vor Italien. Der Veränderungsindikator zeigt zudem, dass weder die Hintergründe der niedrigen Geburtenraten noch die Struktur der Zuwanderung auf eine baldige demografische Trendwende schließen lassen. Deutschland sollte daher mit ressortübergreifend abgestimmten Reformen am Arbeitsmarkt und in der Bildungspolitik sowie durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Innovationen und durch eine solide Finanzpolitik auf die sich abzeichnenden Herausforderungen reagieren. Als Vorbilder können hierbei das Vereinigte Königreich, Finnland, die Schweiz, Schweden und Japan dienen, welche bei einer ähnlichen demografischen Ausgangslage deutlich besser aufgestellt sind.

IconDownload | PDF