Das deutsche Verarbeitende Gewerbe hatte im Jahr 2008 unter den 27 betrachteten Ländern das siebthöchste Lohnstückkostenniveau. Im Durchschnitt produzierten die Konkurrenzländer mit 8 Prozent niedrigeren Lohnstückkosten. Die hierzulande hohe Produktivität reicht somit nicht aus, um die Spitzenstellung bei den Arbeitskosten vollständig auszugleichen. Auf Nationalwährungs-Basis gerechnet, war die Lohnstückkostenentwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000 deutlich günstiger als im Ausland. Dies ist besonders auf den Zeitraum 2003 bis 2006 zurückzuführen, als die Lohnstückkosten hierzulande jedes Jahr um 3 Prozent sanken. Bei einer langfristigen Betrachtung schneidet Deutschland allerdings nicht besser ab als die Konkurrenzländer, da die Lohnstückkosten der deutschen Industrie in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre um jährlich 3,4 Prozent zulegten, während sie sich bei der Konkurrenz nur moderat erhöhten. Somit ist die Entwicklung in den letzten Jahren als eine Korrektur der früheren Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit zu verstehen.

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Exporterfolg
IW-Pressemitteilung, 18. Oktober 2016

Interaktive Grafik zur Exportperformance Lohnstückkosten prägen WelthandelArrow

Selbst die Exportnation Deutschland muss um Anteile auf ihren Absatzmärkten kämpfen. Der Preis, zu dem Unternehmen produzieren, spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine interaktive Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Steigen die Lohnstückkosten stärker als bei der Konkurrenz, sinkt in der Regel der Exporterfolg. mehr

IW-Kurzbericht, 18. Oktober 2016

Christoph Schröder Wettbewerbsfähigkeit – Auf die Kosten kommt es anArrow

Die Arbeitskosten in Deutschland sind inzwischen das fünfte Jahr in Folge stärker als im Durchschnitt der EU gestiegen. Dennoch erweist sich der Arbeitsmarkt bisher als robust. Die deutsche Wirtschaft kann sich aber, wie auch seine Konkurrenten, auf Dauer nicht dem Preiswettbewerb entziehen. Dies belegt eine internationale Gegenüberstellung von Lohnstückkosten und der Entwicklung der Marktanteile auf den jeweiligen Exportmärkten. mehr

Steigende Arbeitskosten
IW-Nachricht, 9. Juni 2016

Steigende Arbeitskosten Höhere Kaufkraft zu einem hohen PreisArrow

Die Arbeitskosten in Deutschland sind im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um über 3 Prozent gestiegen. Arbeitnehmer können sich also über mehr Kaufkraft freuen, weil die Inflationsrate momentan sehr niedrig ist. Doch Unternehmen sind zu Recht beunruhigt: Die steigenden Arbeitskosten bedeuten für sie Wettbewerbsnachteile – und letztlich könnte das auch die Arbeitnehmer empfindlich treffen. mehr