Der durchschnittliche Abstand in den Bruttostundenlöhnen zwischen erwerbstätigen Frauen und Männern zwischen 15 und 65 Jahren betrug im Jahr 2008 etwa 29 Prozent. Wird berücksichtigt, dass Männer und Frauen sich bei verschiedenen Merkmalen – zum Beispiel beim Bildungsstand, bei der Berufserfahrung, der Berufs- und Branchenwahl oder beim Erwerbsumfang – unterscheiden, reduziert sich die Lohnlücke auf 13 Prozent. Frauen mit sehr kurzen Erwerbsunterbrechungen weisen sogar nur noch einen Verdienstabstand von 4 Prozent auf, der statistisch auch nicht mehr signifikant ist. Die Lohnlücke wird stärker durch Merkmalsunterschiede zwischen Männern und Frauen, den sogenannten Ausstattungseffekten, als durch die Zugehörigkeit zu der Gruppe der Frauen oder Männer (Gruppeneffekte) bestimmt. Die Erweiterung der empirischen Analyse um eine regionale Perspektive zeigt, dass die Lohnlücke in Kernstädten kleiner ausfällt als in ländlichen Gebieten. Ein Grund für diesen Befund ist, dass die Merkmalsunterschiede zwischen Männern und Frauen in diesen Regionen größer sind als in Kernstädten. Weiterhin existieren Hinweise, dass klassische Rollenbilder in ländlichen Gebieten stärker ausgeprägt sind als in Städten und zu einer höheren Lohnlücke beitragen.

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Lohngleichheit
IW-Nachricht, 7. Oktober 2016

Lohngleichheit Gesetz geht an den Ursachen vorbeiArrow

Der Koalitionsausschuss hat Eckpunkte für ein sogenanntes Entgelttransparenzgesetz beschlossen. Gegenüber dem Entwurf vom vergangenen Dezember haben die Koalitionspartner zwar deutlich nachgebessert. Das Vorhaben bleibt aber überflüssig – denn an den bekannten Ursachen der Lohnlücke ändert es nichts. mehr

IW-Trends, 20. September 2016

Andrea Hammermann / Matthias Niendorf / Jörg Schmidt Kulturelle Diversität als Erfolgsfaktor? Empirische Ergebnisse auf Basis des Linked-Employer-Employee-Datensatzes des IAB Arrow

Der Einfluss der kulturellen Diversität innerhalb der Belegschaft auf den betrieblichen Erfolg ist kontextabhängig. Kulturelle Vielfalt innerhalb der Belegschaft wirkt per se weder förderlich noch hinderlich. Dies ist das Ergebnis einer empirischen Auswertung von Linked-Employer-Employee-Daten für Deutschland über das Zusammenspiel kulturell unterschiedlicher Gruppen in Unternehmen und ihren (möglichen) Einfluss auf die Bruttowertschöpfung. mehr

IW-Report
IW-Report, 15. Juli 2016

Andrea Hammermann / Jörg Schmidt / Oliver Stettes A web tool-based equal gender pay analysis for a competitive EuropeArrow

The equal pacE web tool is an interactive software application that informs the user about the extent of gender pay gaps in his or her organisation. In this IW-Report the researches present the tool's features and give an overview about the lessons learned from using the tool. mehr