Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im Jahr 2015 günstig: Das niedrige Zinsniveau, die Euroschwäche und die niedrigen Rohstoffpreise beeinflussten den gesamten industriellen Sektor Deutschlands positiv – und damit auch die Pharmabranche. Die Entwicklung der Exporte und der Auftragseingänge zeigte, dass die anhaltende Euroschwäche die Ausfuhren in die Nicht-EWU-Länder weiterhin stützt. Dagegen erlebte der Handel mit der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte einen Einbruch, welcher aber bereits zum Jahresende erste Erholungstendenzen zeigt.

Doch daneben stand die Pharmaindustrie weiterhin herausfordernden regulatorischen Rahmenbedingungen gegenüber, wie beispielsweise dem verlängerten Preismoratorium und den wachsenden Ansprüchen an den nachweisbaren Zusatznutzen, welche die stimulierenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihrer positiven Wirkung abschwächten. Ziel der Gesundheitspolitik ist es, die Ausgaben für Arzneimittel zu begrenzen. Als Ergebnis sinken die Erzeugerpreise für pharmazeutische Erzeugnisse tendenziell seit einigen Jahren – dies wird in der Entwicklung des Inlandsumsatzes seit 2009 deutlich, welche bis zum Jahr 2013 hinter der Steigerung des Auslandsumsatzes zurückblieb. In der Gesamtschau der Indikatoren verzeichnete die Pharmaindustrie im Jahr 2015 zwar ein positives Gesamtergebnis, zeigte aber im Vergleich zum Vorjahr ein schwächeres Wachstum.

Auch im laufenden Jahr dürfte die Pharmaindustrie weiterhin von den positiven Fundamentaltrends, wie dem demografischen Wandel und der positiven Wohlstandentwicklung, profitieren. Ebenfalls einen positiven Effekt wird die steigende Nachfrage nach Medikamenten durch die notwendige medizinische Versorgung sowie Vorsorgeleistungen für die ankommenden Flüchtlinge haben. Die letzten Monate des Jahres 2015 waren durch ein eher schwaches Auslandsgeschäft geprägt. Für die kommenden zwei Jahre erwartet das IW Köln in seiner gesamtwirtschaftlichen Prognose eine weitere Stabilisierung der großen Industrieländer sowie eine moderate Erholung im Euroraum (IW-Forschungsgruppe Konjunktur, 2016). Die Europäische Zentralbank (EZB) prognostiziert ebenfalls eine Erholung der Absatzmärkte außerhalb des Euroraums und ein etwas stärkeres Wirtschaftswachstum im Euroraum (Deutsche Bundesbank, 2015). Wirkt sich diese prognostizierte Erholung auch auf den Absatz der Pharmaindustrie aus, könnte die Branche im nächsten Jahr ihre Absatzschwäche vor allem in den Euromitgliedsstaaten überwinden. Da allerdings sowohl die Herausforderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen als auch der Preisdruck aus der Generika- und Biotechbranche bestehen bleiben, ist davon auszugehen, dass sich die konjunkturelle Entwicklung der Pharmaindustrie im Jahr 2016 trotz des guten Starts maximal auf dem Niveau der letzten zwei Jahre bewegt.

IW-Report

Jasmina Kirchhoff: Pharmaindustrie in Deutschland – Positive Entwicklung in 2015

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Ordnungspolitisches Statement
Ordnungspolitisches Statement, 20. September 2016

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Der aktuelle Referentenentwurf zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schafft es nicht, die Weichen für den Gesundheitsstandort Deutschland zu stellen. Stattdessen sollten die Gesetzgeber auf Bewährtes vertrauen. mehr

Die pharmazeutische Industrie in Deutschland
Branchenportrait, 7. Dezember 2015

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Deutschland hat sich nicht nur als Standort für die pharmazeutische Produktion etabliert, sondern ist zudem wichtig für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung. Von den innovativen Produkten der Pharmaunternehmen in Deutschland profitiert nicht nur jeder Einzelne. Auch für die Volkswirtschaft sind Forschung, Entwicklung und Innovationen der Pharmaunternehmen wichtige Faktoren, wie das neu aufgelegte und überarbeitete Branchenportrait zeigt. mehr

12. März 2015

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Sie gehört zu den innovativsten Branchen Deutschlands und bietet mehr als 110.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Die Pharma­industrie entwickelt sich seit Jahren überdurchschnittlich gut – und das nicht nur an ihren Hauptstandorten in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. mehr auf iwd.de