Drei Jahre nach Beginn des Verhandlungsprozesses über das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA breitet sich die Skepsis besonders im deutschsprachigen Raum weiter aus. Zwar unterstützt die Mehrheit der Bevölkerung den Freihandelsgedanken und protektionistische Maßnahmen haben ein schlechtes Image. Trotzdem findet sich etwa in Deutschland eine solide Mehrheit, die TTIP ablehnt.

Die vorliegende empirische Analyse untersucht potenzielle Ursachen für Skepsis gegenüber TTIP. Diese geht mit einem schlechten Image des Globalisierungsprozesses und einem mangelnden Verständnis für seine ökonomischen Vorteile einher. Doch die Ergebnisse zeigen, dass die Ablehnung des Freihandelsabkommens auch durch ein geringes Vertrauen in die EU und durch die Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie auf der EU-Ebene funktioniert, befeuert wird. Auch die Offenheit für Fremdgruppen ist positiv mit der Zustimmung zu TTIP korreliert.

Zusammenfassend lässt sich aus der empirischen Analyse ableiten, dass hinter der TTIP-Skepsis eine Reihe von Ursachen steckt, die nur einen indirekten Bezug zu TTIP haben. Die Ablehnung des Freihandelsabkommens ist ein Teil des Protests gegen die Strukturen der EU, sodass mögliche Ansätze für mehr TTIP-Unterstützung darin bestehen, das Vertrauen in die EU auszubauen. Heutzutage werden die Errungenschaften der europäischen Integration als eine Gegebenheit empfunden und ihre Vorteile nicht richtig wahrgenommen. Zudem ist die gefühlte Distanz zu den Europäischen Institutionen mit einem verstärkten Gefühl verbunden, dass die EU-Bürger den politischen Prozess nicht beeinflussen können.

Es ist somit nicht nur für die Zukunftsfähigkeit der EU von großer Bedeutung, die Funktionsweise der EU-Demokratie zu verbessern und auch die positiven Seiten der europäischen Integration ins Gedächtnis zu rufen. Auch der Kampf um die Unterstützung für TTIP dürfte davon profitieren.

IW-Report

Galina Kolev: Ja zu Freihandel, nein zu TTIP? Die TTIP-Skepsis und ihre Ursachen

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