Familienpolitik kann einen zentralen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes leisten. Allerdings lassen sich nur schwer Aussagen darüber treffen, wie der familienpolitische Rahmen konkret ausgestaltet sein sollte, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Daher sollten bei der Entscheidung über familienpolitische Maßnahmen auch die Erfahrungen anderer Länder in den Blick genommen werden. Um dies zu erleichtern, hat das IW Köln im Jahr 2007 einen Index entwickelt, der die Familienpolitiken in Europa anhand verschiedener Handlungs- und Zielfelder analysiert und gegenüberstellt. Dieser Familienfreundlichkeitsindex wird mit dem vorliegenden Papier in einer überarbeiteten Form neu aufgelegt. Betrachtet werden dabei die drei Handlungsfelder „Finanzielle Unterstützung für Familien“, „Betreuungsinfrastruktur“ und „Zeitpolitik für Familien“ sowie die vier Zielfelder „Erwerbstätigkeit von Frauen“, „Wirtschaftliche Stabilität von Familien“, „Wohlergehen und gute Entwicklung von Kindern“ und „Geburten“.

Nimmt man die Handlungsfelder in den Blick, zeigt sich, dass Deutschland sich im Bereich der finanziellen Unterstützung von Familien besonders stark engagiert. Hier wird mit 67,5 von 100 möglichen Punkten nach Luxemburg und Irland der dritthöchste Indexwert erreicht. Bei der Betreuungsinfrastruktur liegt Deutschland nach den substanziellen Verbesserungen der letzten Jahre mit 56,1 Punkten im oberen Mittelfeld, aber deutlich hinter den skandinavischen Ländern. Auch bei der Zeitpolitik für Familien hat sich Deutschland deutlich verbessert und erreicht nun einen Wert von 36,6 Punkten.

Betrachtet man die Zielfelder, so findet sich Deutschland bei der „Erwerbstätigkeit von Frauen“ mit 67,6 Punkten heute im oberen Mittelfeld, obwohl es sich in den letzten Jahren stark verbessert hat. Waren noch im Jahr 2005 nur 63,7 Prozent der Frauen zwischen und 25 und 64 Jahren erwerbstätig, so lag dieser Anteil im Jahr 2014 bereits bei 74,1 Prozent. Bei der „wirtschaftlichen Stabilität von Familien und dem Nachteilsausgleich“ ist Deutschland noch etwas erfolgreicher und liegt mit 70,9 Punkten im oberen Mittelfeld. Bei „Wohlergehen und guter Entwicklung von Kindern“ erreicht es mit 78,2 Punkten nach Finnland, den Niederlanden und der Schweiz sogar den vierthöchsten Indexwert. Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei den „Geburten“. Hier erzielt Deutschland mit 18,6 Punkten den fünftschlechtesten Wert in Europa. Grund hierfür sind die niedrige Fertilitätsrate von 1,40 Kindern je Frau im Jahr 2013 und das hohe Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder mit 30,8 Jahren.

IW policy paper

Wido Geis: Familienfreundlichkeit in Europa heute – Stärken und Schwächen Deutschlands. Aktueller Stand und Entwicklung

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Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
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Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

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