Mit den im März 2015 bekanntgewordenen Eckpunkten zur Änderung des Erbschaft- und Schenkungssteuergesetzes wird die erbschaftsteuerliche Verschonung von Betriebsvermögen erheblich erschwert. Dies gilt insbesondere für mittelgroße und große Familienunternehmen. Der Grund dafür ist die Einführung einer Bedürfnisprüfung, die nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums eine flächendeckende Verschonung – auch bei Erhalt der Arbeitsplätze – verhindern soll. Künftig soll nur noch Vermögen verschont werden, das überwiegend, das heißt zu mehr als 50 Prozent, dem Hauptzweck des Unternehmens dient. Dabei sind die genauen Abgrenzungskriterien noch unklar. Das nicht darunter fallende Verwaltungsvermögen soll hingegen für die Zahlung der Steuer herangezogen werden. Dies wäre ein essenzieller Bruch mit dem bisherigen System, nach dem das gesamte Betriebsvermögen steuerlich verschont wird, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen. Die bisherigen Verschonungsregeln haben die Probleme bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage überdeckt. Durch die vorliegenden Reformpläne rückt für größere Familienunternehmen die Bestimmung des Unternehmenswerts in den Fokus, da aus diesem die Steuerbelastung resultiert, sofern eine weitgehende Verschonung vom Gesetzgeber ausgeschlossen wird. Vor diesem Hintergrund werden auch in der Politik Stimmen laut, die auf Änderungen bei der Bewertung drängen. Dieser Beitrag will Inkonsistenzen und Verbesserungspotenziale des Bewertungsverfahrens aufzeigen.

IW policy paper

Ralph Brügelmann / Tobias Hentze: Unternehmensbewertung als Grundlage für die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen

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23. September 2016

Kommentar Erbschaftssteuer: Eine (fast) unendliche GeschichteArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geeinigt, bis Mitte Oktober sollen Bundestag und Bundesrat dem gefundenen Kompromiss zur Erbschaftssteuerreform zustimmen. Kommt es dazu, hätte die Politik die allerletzte Chance genutzt, die vom Bundesverfassungsgericht geforderten Änderungen umzusetzen. Das wäre jedoch absolut kein Grund, stolz zu sein, sagt Tobias Hentze, Referent für Öffentliche Finanzen im IW Köln. mehr auf iwd.de

Grundsteuer
IW-Pressemitteilung, 22. September 2016

Grundsteuer Die Gebäude wegstreichenArrow

Die Länderfinanzminister wollen die Grundsteuer überarbeiten und Millionen Grundstücke neu bewerten lassen. Doch ihr Reform-Vorschlag ist zu kompliziert, zu aufwendig und könnte Neubauten verhindern, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die ideale Lösung wäre ganz einfach: Die Grundsteuer als reine Bodensteuer. mehr

Erbschaftsteuerreform
IW-Nachricht, 22. September 2016

Erbschaftsteuerreform Eine komplizierte EinigungArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht auf einen Kompromiss zur Erbschaftsteuerreform geeinigt. Für die Politik ist das Ergebnis kein Ruhmesblatt, da sie die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist nicht erfüllt hat. Für die Unternehmen bedeutet die Einigung zumindest Rechtssicherheit, sofern Bundestag und Bundesrat morgen zustimmen. Und die Korrektur der bestehenden Überbewertung ist aus ökonomischer Sicht ein Schritt nach vorne. mehr