Wagniskapitalfinanzierungen – oft mit dem englischen Begriff „Venture Capital“ bezeichnet – spielen eine wichtige Rolle für die Finanzierung innovativer Firmengründungen, die einen hohen Kapitalbedarf für Forschung und Entwicklung haben. Zudem benötigen sie Zeit bis zum Verkauf ihres neuen Produkts oder ihrer Dienstleistung, die finanziell überbrückt werden muss. Die USA sind das klassische Venture-Capital-Land, wobei sich die Aktivitäten auf das legendäre kalifornische Silicon Valley konzentrieren. Europa und vor allem Deutschland liegen weit zurück, was Wagniskapitalfinanzierungen betrifft – mit den entsprechenden negativen Folgen für innovationsstarke Firmen in neuen Branchen. Unternehmen wie Google, Yahoo oder Facebook entstehen nicht bei uns. Seit Jahren wird versucht, an diesem Zustand mit staatlichen Fonds und Änderungen der Rahmenbedingungen etwas zu ändern, doch Erfolge sind kaum zu verzeichnen. Der Anteil der Venture-Capital-Finanzierungen am Bruttoinlandsprodukt stagniert unterhalb von 0,1 Prozent. Auch wenn das Silicon Valley wegen der speziellen strukturellen Bedingungen auf dem US-Markt unerreichbar bleibt: Gründe, Venture Capital zu stärken, gibt es reichlich. Deutschland darf sich nicht auf den Erfolgen seiner Industrie ausruhen, sondern muss endlich die Bedingungen für Vorstöße in neue Branchen grundlegend verbessern. Ansatzpunkte sind die steuerliche Gleichbehandlung von Gewinnen und Verlusten sowie generell die Behandlung von VC-Gesellschaften im Steuerecht. Als Vorbild könnten die Regelungen im Vereinigten Königreich und Frankreich dienen.

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Klaus-Heiner Röhl: Venture Capital – Ein neuer Anlauf zur Erleichterung von Wagniskapitalfinanzierungen

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IW-Nachricht, 10. Januar 2017

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