Europa hinkt im Vergleich zu den Vereinigten Staaten oder Israel bei der Zahl erfolgreicher Startups hinterher. Innovationsstarke Gründungen, die innerhalb weniger Jahre zu globalen Konzernen wie Google oder Amazon heranwachsen, finden nicht hier statt. In vielen Staaten und Regionen Europas gibt es eine hartnäckige Wachstumsschwäche mit hoher Arbeitslosigkeit, zu deren Überwindung auch ein Gründungsboom zur Umsetzung neuer kreativer Ideen beitragen könnte. Selbst in Deutschland, das eine gute makroökonomische Performance vorweist, sinken die Gründungszahlen seit mehreren Jahren.

Vieles weist darauf hin, dass die konstatierte Gründungsschwäche Europas auch eine kulturelle Dimension besitzen könnte. Besonders gründungsstarke Regionen, die auf innovative Start-ups konzentriert sind, haben offenbar einen starken „Entrepreneurial Spirit“. In diesem Policy Paper wird deshalb der Frage nachgegangen, was die „Entrepreneurial Culture“ erfolgreicher Gründungsregionen ausmacht und inwieweit eine unterschiedliche Gründungskultur zu den Differenzen im Gründungsgeschehen zwischen weiten Teilen Europas und anderen hoch entwickelten Volkswirtschaften, speziell den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Israel, beiträgt. Neben den gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen einer Gründerkultur wird auch auf die Persönlichkeitsstruktur erfolgreicher Entrepreneure beleuchtet. Nach einem internationalen Vergleich der Gründungsquoten wird auf die unterschiedlichen Startup-Systeme in Europa, Amerika und Israel eingegangen, die auch auf Unterschiede in der Verfügbarkeit von Wagniskapital zurückzuführen sein dürften. Abschließend wird die Rolle des Bildungssystems in der Vermittlung von wirtschaftlichen Kenntnissen sowie Entrepreneurship beleuchtet, bevor im Fazit Empfehlungen zum Ausbau von Gründerkultur und Risikobereitschaft gegeben werden.

IW policy paper

Klaus-Heiner Röhl: Unternehmensgründungen – Mehr innovative Startups durch einen Kulturwandel für Entrepreneurship?

IconDownload | PDF

IW policy paper

Klaus-Heiner Röhl: Entrepreneurial culture and start-ups – Could a cultural shift in favour of entrepreneurship lead to more innovative start-ups?

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 7. Dezember 2016

Barbara Engels Big-Data-Analyse - Ein Einstieg für Ökonomen Arrow

Big Data ist eines der spannendsten Mysterien der Gegenwart. Jeder redet davon, keiner weiß, wie es genau geht, alle geben vor, es zu tun – so hat es der Ökonom Dan Ariely mal formuliert. Dieser Kurzbericht gibt einen Überblick darüber, inwiefern Big-Data-Analysen in Wirtschaftswissenschaft und Politikberatung bereits eingesetzt werden und welche Nutzungspotenziale es gibt. mehr

IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr