Kreditfonds und insbesondere Immobilienkreditfonds haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dieser Trend beruht zum einen darauf, dass diese Fonds im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Investoren attraktive und stabile Cash-Flows generieren können. Auch für Banken und Versicherungen sind sie interessante Anlageobjekte. Zusätzlich ermöglicht der Einsatz von Kreditfonds Banken, Kredite zu veräußern und somit Risiken zu steuern und regulatorisches Eigenkapital freizusetzen. Da sich der europäische Verbriefungsmarkt noch nicht ausreichend von der Globalen Finanzkrise aus dem Jahr 2008 erholt hat, stellen Kreditfonds zunehmend eine interessante Ergänzung dar. Vor dem Hintergrund, dass das europäische Bankensystem die kriseninduzierte Bilanzrezession noch nicht hinreichend überwunden hat und die Banken vor allem in den Peripherieländern nur zögerlich Kredite vergeben, können Kreditfonds jedoch auch zu Konkurrenten von Banken werden. Im Rahmen dieses Policy Papers werden deshalb (i) die Vorteile der direkten Kreditvergabe durch Fonds analysiert, (ii) die Implikationen für die Finanzstabilität, Wettbewerb und den Investorenschutz aus dem zunehmenden Wachstum der Fonds hergeleitet und bewertet sowie (iii) die direkten Risiken, die durch Kreditfonds entstehen könnten, analysiert und Regulierungsmaßnahmen diskutiert. Es zeigt sich, dass Fonds Banken bei der Kreditvergabe unterstützen können. Dies gilt für die Finanzierung und Teilfinanzierung von Segmenten, für die Banken sehr viel Eigenkapital aufwenden müssten. Kreditfonds sind aber anfällig für einen plötzlichen und unerwarteten Abzug der Einlagen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sie als geschlossene Fonds aufzulegen. Der Investorenkreis sollte sich zudem auf Institutionelle Investoren konzentrieren, da Kreditfonds in illiquide Kredite investieren und sehr stark dem Kreditzyklus ausgesetzt sind.

IW policy paper

Daniel Bendel / Markus Demary / Heide Haas: Immobilienkreditfonds – Systemisches Risiko oder Ergänzung zur Bankfinanzierung?

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