Wohlstandsindikatoren Image

Dabei geht es nicht um einen Vermögensstand, sondern um Einkommensströme. Zusätzliche Themenbereiche können helfen, Inkonsistenzen zwischen der Vermögens- und der Stromrechnung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zu verringern. Überschaubare Indikatorsets können die politische Diskussion befruchten und empirische Grundlagen bezüglich der Zielerreichung bereitstellen.

In den letzten Jahren wird daher eine Erweiterung der Basis für ein neues Wohlstandsmaß diskutiert. In Deutschland befasste sich die Enquete-Kommission des Bundestages „Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität“ mit diesem Thema. Im April dieses Jahres legte sie ihren Abschlussbericht vor. Das Ergebnis ist ein Konzept mit zehn Leitindikatoren und neun sogenannten Warnlampen zu den drei Dimensionen des Materiellen, des Sozialen und des Ökologischen. Sie erhielten den Namen „W³-Indikatoren“.

Die drei Leitindikatoren zur Umweltdimension sind die nationalen Treibhausgasemissionen, der Stickstoffüberschuss und die Artenvielfalt, die auch in den Fortschrittsberichten des Nachhaltigkeitsrats mit seinem noch weiteren Indikatorset enthalten sind. Die drei Warnlampen für die Umweltdimension bestehen in dem jeweiligen globalen Maß für die drei Indikatoren. Während die nationale Artenvielfalt ein wichtiges Maß für den Zustand der Natur in Deutschland ist und der Stickstoffüberschuss die Belastungen von Boden und Wasser durch die Landwirtschaft beschreibt, bezieht sich die nationale Treibhausgasemission nicht auf eine Zustandsgröße in Deutschland, sondern auf den Beitrag Deutschlands zum globalen Klimaschutz und Klimawandel.

Die Frage nach geeigneten Umweltindikatoren für ein erweitertes Wohlstands- und Fortschrittsmaß wurde im April 2013 auch den 167 Teilnehmern des IW-Umweltexpertenpanels vorgelegt. Zur Auswahl standen die Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie mit Umweltbezug. Die Teilnehmer wurden gebeten, sich ebenfalls für drei Indikatoren zu entscheiden. Ihre Antworten stehen für eine andere Auswahl als die der Enquete-Kommission. Den größten Zuspruch erhielten Produktivitätsmaße: die Ressourcenproduktivität und die Energieproduktivität. Produktivitätsmaße sind gut mit dem Konzept der Entkopplung vereinbar, mit welchem sich das Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaft und Umwelt entschärfen lässt.

Ein hoher Anteil der Nennungen bezieht sich außerdem auf Indikatoren zu Energie und Klima: der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch, die nationalen Treibhausgasemissionen und der Energieverbrauch des Verkehrs im Verhältnis zum BIP.

Der Zustand der Umwelt ist der dritte Themenbereich, der von der Wirtschaft hervorgehoben wird. Dies zeigt sich in den Nennungen zur Schadstoffbelastung der Luft und zur nationalen Artenvielfalt und Landschaftsqualität. Weniger nah liegt den Teilnehmern des Umweltexpertenpanels die Landwirtschaft. Kaum ein Befragter richtete die Aufmerksamkeit auf den Stickstoffüberschuss.

Aus den Antworten der Umweltexperten lässt sich ein Vorschlag für drei Indikatoren entwickeln, der die häufigsten Nennungen berücksichtigt und Überschneidungen vermeidet. Diese drei Indikatoren könnten sein: Ressourcenproduktivität, Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch und nationale Artenvielfalt. Ressourcenproduktivität misst allgemein den Umgang mit knappen Ressourcen; der Anteil der erneuerbaren Energien gibt an, wie weit fossile Brennstoffe ersetzt werden konnten; und die Artenvielfalt signalisiert, welche Umweltqualität unsere Wirtschafts- und Lebensweise zum Ergebnis hat.

Zur Enquete-Kommission auf der Website des Deutschen Bundestags

Pläne der EU-Kommission: Auch wir müssen mehr recyceln
Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

Adriana Neligan in der Alternativen Kommunalpolitik Pläne der EU-Kommission: Auch wir müssen mehr recycelnArrow

Deutschland recycelt derzeit offiziell 64 Prozent seiner Siedlungsabfälle und ist damit Spitzenreiter in Europa, schreibt IW-Ökonomin Adriana Neligan in der Zeitschrift Alternative Kommunalpolitik. Allerdings wird hier auch Abfall als recycelt gewertet, der verbrannt wird. Die EU-Kommission will in Zukunft nur noch solche Abfälle als recycelt ansehen, die auch tatsächlich wiederverwertet werden. mehr

18. November 2016

M+E-Strukturbericht Global aktiv, regional verankertArrow

Die internationale Vernetzung der Wirtschaft schreitet weiter voran. Eine treibende Kraft in diesem Prozess ist die Metall- und Elektro-Industrie. Die M+E-Exporte der 44 Industrie- und Schwellenländer, in denen der Wirtschaftszweig am stärksten vertreten ist, sind seit dem Jahr 2000 von 3,4 auf mehr als 8,7 Billionen Dollar gestiegen. Der M+E-Strukturbericht 2016 zeigt aber auch, dass trotz zunehmender Globalisierung heimatnahe Märkte weiterhin von großer Bedeutung sind. mehr auf iwd.de

27. Oktober 2016

Exportwirtschaft M+E-Industrie gewinnt an BedeutungArrow

Die Globalisierung und der damit verbundene Strukturwandel in den traditionellen Industrieländern haben die Kräfteverhältnisse im Außenhandel verschoben. Das spürt auch die deutsche M+E-Industrie. Sie schlägt sich gleichwohl sehr gut und hat ihre volkswirtschaftliche Bedeutung sogar ausgebaut. Zu diesem Ergebnis kommt der M+E-Strukturbericht 2016. mehr auf iwd.de