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Dresden Quelle: Alexander Erdbeer - Fotolia

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2.500 Weihnachtsmärkte. Während in kleineren Ortschaften die Plätze kostenlos vergeben werden, zahlt man in den Großstädten bis zu mehrere Tausend Euro Standgebühr. Neben der Miete fallen Kosten zum Beispiel für die Holzhütte und den Strom an.

Besonders lohnend sind diese Investitionen für die Glühweinverkäufer. Die anderen Stände erwirtschaften in der Regel deutlich weniger. Aus diesem Grund wollen teilweise 70 bis 80 Prozent der Standbewerber Glühwein verkaufen. Zugelassen wird je nach Markt aber nur jeder Fünfte bis Zehnte davon.

Damit auch die Kunsthandwerker auf ihre Kosten kommen, subventionieren mancherorts die gutgehenden Stände die umsatzschwächeren. Zum Beispiel kostet in Nürnberg ein Meter Marktstand für einen Glühweinverkäufer 522 Euro Miete in der Saison. Der Betreiber einer Handwerksbude zahlt hingegen nur 83 Euro.

Letztendlich profitieren aber nicht nur die Anbieter von Weihnachtsengeln und Duftkerzen von der Anziehungskraft der Glühweinstände, sondern auch der benachbarte Einzelhandel (Abbildung). Denn die Weihnachtsmarktbesucher geben durchschnittlich 12 Euro auf dem Weihnachtsmarkt und weitere 20 Euro in den umliegenden Geschäften aus. Der Einzelhandel machte 2012 fast ein Fünftel seines Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit. Spielwarenhändler erwirtschaften in der Zeit von November bis Dezember durchschnittlich sogar ein Drittel ihres Jahreserlöses. Die Kommunen unterstützen daher das Weihnachtsgeschäft und investieren kräftig in die Werbung. Die Städte Dresden und Nürnberg etwa geben dafür jeweils rund 250.000 Euro aus. Andere Städte locken die Besucher mit Superlativen wie dem weltgrößten Weihnachtsbaum in Dortmund und der weltgrößten Glühweintasse in Mainz. Köln hat mit dem Markt am Dom den größten Weihnachtsmarkt Deutschlands zu bieten.

Als Organisator werden die Kommunen aber nur selten aktiv. Meistens sind Schaustellervereine, Verbände und Firmen die Veranstalter. Der Hamburger Weihnachtsmarkt wird beispielsweise vom Circus Roncalli organisiert.In Köln wird die Organisation der Weihnachtsmärkte über eine Ausschreibung vergeben. Der Bewerber mit dem besten Konzept übernimmt die Umsetzung für die nächsten fünf Jahre. Diese Form des Wettbewerbs hat die Qualität verbessert und viele Touristen angezogen. Alleine den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom besuchen jährlich mehrere Millionen Menschen.

Die Städte wissen die Anziehungskraft der Glühweinstände zu schätzen. Doch das leckere Getränk hat nicht nur positive Nebenwirkungen. Nur wenige wissen, dass Glühwein eine Kalorienbombe ist: Ein Glas enthält rund 200 Kalorien – mehr als ein Schokoriegel. Die Deutschen trinken davon pro Jahr rund 50 Millionen Liter.

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