Teilnehmer in Montreal waren Vertreter der 189 Mitgliedstaaten sowie Tausende von Beobachtern. Gleichzeitig trafen sich erstmals Vertreter der 157 Unterzeichnerländer des Kyoto-Protokolls (COP/MOP 1), nachdem dieses im Februar des vergangenen Jahres in Kraft getreten war.

Die Mitglieder des Kyoto-Protokolls verabschiedeten auf dem Gipfel unter anderem die so genannten Marrakesh Accords – ein 2001 auf der Klimakonferenz in Marrakesch (COP 7) erarbeitetes Regelwerk zur Konkretisierung des Kyoto-Protokolls. Unter anderem werden darin die Modalitäten der flexiblen Instrumente Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM) und konkretisiert. Mit einem vereinfachten Regelwerk soll die Durchführung von CDM-Projekten attraktiver gemacht werden, mit denen Industrieländer Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern durchführen und sich die entsprechenden CO2-Reduktionen anrechnen lassen können. Seit dem Montreal-Gipfel können Industriestaaten im Rahmen des Joint Implementation nun auch Klimaschutzprojekte in anderen Industriestaaten durchführen. Darüber hinaus haben die Kyoto-Staaten ein Kontrollsystem eingeführt, mit dem die Einhaltung der festgelegten Ziele in den einzelnen Ländern überprüft wird, und sich darauf verständigt, für die Zeit nach 2012 auf Basis des Kyoto-Protokolls neue Ziele zu vereinbaren.

Weniger konkret fielen hingegen die Ergebnisse der Vertragsstaatenkonferenz (COP 11) aus. Nach zähem Ringen konnten sich die Delegierten darauf einigen, einen Dialog zur Verständigung über weitere Klimaschutzvereinbarungen in Gang zu setzen. Auch die USA, die als weltweit größter CO2-Emittent das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, waren am Ende bereit, diesem Beschluss zuzustimmen.

Von den meisten Kommentatoren wurde der Gipfel als wegweisender Erfolg gewertet. Vor allem die Zustimmung der USA zum zukünftigen Dialogprozess wurde als positives Zeichen aufgefasst. Ausdrücklich schlossen die Vereinigten Staaten jedoch auch für die Zukunft Verhandlungen über konkrete Reduktionsziele aus.

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